Skyline von New York vor US-Flagge.

Quartalszahlen vorgelegt Goldman Sachs glänzt, Bank of America leidet noch

Stand: 14.10.2020, 14:14 Uhr

Nach den verheerenden Folgen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr, haben sich die US-Banken in den Sommermonaten dank gesunkener Risikovorsorge erholt. Von den boomenden Finanzmärkten profitierten vor allem die Investmentbanken.

So konnte die Bank of America, eines der größten Geldhäuser der USA, im dritten Quartal ihren Gewinn auf 4,9 Milliarden Dollar steigern, nach 3,5 Milliarden im zweiten Quartal. Hauptgrund für diese Verbesserung ist die drastisch gesunkene Risikovorsorge. Nachdem die Bank im zweiten Quartal noch 5,1 Milliarden Dollar für faule Kredite zurückgelegt hatte, waren es jetzt "nur" 1,4 Milliarden Dollar.

Dadurch ist es dem Bankhaus gelungen, trotz der um zwei Milliarden auf 20,3 Milliarden Dollar gesunkenen Einnahmen bei gleichzeitig erhöhten Ausgaben, den Gewinn zu steigern. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hinkt die Erholung allerdings noch hinterher. Damals hatte die Bank of America noch einen Gewinn von 5,8 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Nullzinspolitik belastet die Banken

Analysten hatten zwar mit schlechteren Zahlen gerechnet, dennoch geriet die Aktie der Bank of America im New Yorker Handel unter Druck. Denn die stark im Privatkundengeschäft tätige Bank konnte nicht ganz so sehr wie ihre heimischen Wettbewerber von dem florierenden Aktien- und Anleihehandel im Sommer profitieren. Die Erträge in den Sparten legten weniger stark zu als bei JP Morgan und Citi.

Folglich litt das Geldhaus stärker unter der Nullzinspolitik der Notenbank als die Konkurrenten. Tatsächlich gingen die Zinseinnahmen der Bank of America im dritten Quartal um 2,1 Milliarden Dollar oder 17 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zurück. JPMorgan konnte den Rückgang dieser Einnahmen dagegen auf neun Prozent begrenzen.

Auch die in San Francisco ansässige Bank Wells Fargo litt unter der Corona-Krise und niedrigen Zinsen. Im dritten Quartal verdiente das Geldhaus 1,7 Milliarden Dollar und damit rund 57 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Erträge sanken um 14 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar. Die Bank legte weitere 769 Millionen Dollar an Finanzreserven als Krisenvorsorge für ausfallbedrohte Kredite zur Seite.

Goldman Sachs hat Gewinn fast verdoppelt

Ganz anders Goldman Sachs. Die legendäre Investmentbank hat im dritten Quartal von florierenden Handelsgeschäften profitiert. Der Nettogewinn legte um 94 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar zu, und übertraf damit deutlich den Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar im Vorquartal.

Im Sommer brummte nicht nur das Geschäft mit der Platzierung von Anleihen und Anleihen: Hier legten die Erlöse um 49 Prozent zu. Weltweit gab es zudem zahlreiche Börsengänge, darunter der des Cloud-Anbieters Snowflake, und Kunden fragten mehr Produkte zur Absicherung von Portfolien nach. Auch in der Vermögensverwaltung konnte Goldman Sachs die Einnahmen kräftig (32 Prozent im Jahresvergleich) steigern auf 2,8 Milliarden Dollar.

Aktienrückkäufe bleiben untersagt

Das spülte ordentlich Geld in die Kassen. Folglich machten die gesamten Einnahmen einen Sprung um 30 Prozent auf 10,78 Milliarden Dollar. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie der Bank of America musste Goldman im dritten Quartal auch wenig Vorsorge für faule Kredite treffen. Die Rückstellungen sanken leicht auf 278 Millionen. Im Handel legt die Goldman-Aktie deshalb gut drei Prozent zu.

Trotz der Milliardengewinne müssen die US-Banken ihr Geld weiter zusammenhalten. So hält die Notenbank (Fed) angesichts der ungewissen Aussichten wegen der Corona-Pandemie an weitreichenden Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung der Geldhäuser im Land fest. Das bedeutet: Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen bleiben auch im vierten Quartal tabu.

lg