Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Nur Aktienhandel läuft rund Goldman nicht ganz so goldig

Stand: 18.07.2017, 14:33 Uhr

Die US-Investmentbank hat im zweiten Quartal die Gewinne nicht steigern können. Das Institut hatte im Handelsgeschäft ungewohnte Schwächen. Nur das Beratungsgeschäft sorgte für Steigerungen.

Begleiten von Börsengängen, managen von Übernahmen und Fusionen: In dieser Diziplin liegt ein Teil des Dauererfolges der US-Investmentbank Goldman Sachs. Und dieser Sparte hat es das Institut auch zu verdanken, dass der Gewinn unter dem Strich bei 1,63 Milliarden Dollar (nach Anteilen Dritter) im Quartal stabil gehalten werden konnte.

Fader Handel bei Fixed Income und Rohstoffen

In der wichtigen FICC-Sparte, dem Handelsgeschäft mit Anleihen (fixed income), Devisen und Rohstoffen gingen die Erträge um mehr als ein Drittel auf 1,16 Milliarden Dollar zurück. Das war auch weniger als die Experten erwartet hatten. Das Aktienhandelsgeschäft steuerte mit 1,89 Milliarden Dollar allerdings etwas mehr bei als zuletzt. Goldman Sachs hat als reine Investmentbank kein klassisches Privatkundengeschäft, mit dem die Konkurrenten JPMorgan oder die Citigroup zuletzt gut verdient haben.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sprach entsprechend am Dienstag von einem "durchwachsenen" Quartal. An vielen der Märkte, in denen die Investmentprofis tätig sind, gab es in den vergangenen Monaten einfach zu wenig Handel. Ganz anders als im vergangenen Jahr, als zunächst der Brexit und später dann die US-Präsidentschaftswahlen für hektischen Handel und hohe Umsätze im Handelsbuch gesorgt hatten.

Reich beraten

Die Einnahmen durch Gebühren für Beratungsdienste in der Finanzbranche erreichten mit 1,28 Milliarden Dollar im Quartal immerhin einen Rekordwert. Das gilt auch für die Mittel, die Goldman Sachs in der Vermögensverwaltung für Kunden managt: Ihr Wert liegt bei 1,41 Billionen Dollar.

Die gesamten Einnahmen fielen bei der Bank um ein Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar.

Aktie im Sinkflug

Die Aktie von Goldman Sachs wird nach vorbörslichen Indikationen mit leichten Verlusten in den Handel starten. Der erfolgsverwöhnte Titel hat in diesem Jahr ohnehin eine Pause eingelegt. Seit Jahresbeginn hat er rund 15 Prozent eingebüßt.

AB