Samsung Chip

Prognose erhöht Samsung: Mehr Chips, mehr Gewinn

Stand: 07.07.2020, 12:08 Uhr

Der südkoreanische Tech-Gigant hat inmitten der Corona-Krise mit steigenden Gewinnen überrascht. Vor allem in der Chip-Sparte brummen die Geschäfte wie lange nicht. Der Trend zum Home Office ist ein Grund dafür.

Samsung Electronics profitiert im Zuge der Pandemie von einem verstärkten Arbeiten im Home Office. Dank der dadurch gestiegenen Chipnachfrage ist das Betriebsergebnis laut vorläufigen Zahlen im zweiten Quartal um 23 Prozent geklettert, so Samsung am Dienstag. Das Ergebnis von April bis Juni liege bei voraussichtlich rund 8,1 Billionen Won (sechs Milliarden Euro). Gleichzeitig sank der Umsatz demnach um 7,3 Prozent. Analysten hatten auch beim Gewinn einen leichten Rückgang erwartet.

Pandemie schon ausgestanden?

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Das Betriebsergebnis könnte damit das höchste seit dem vierten Quartal 2018 sein. "Der Schaden durch die Pandemie war weniger schwerwiegend als vom Markt erwartet", sagte Analyst CW Chung von Nomura.

Der zunehmende Internetverkehr in der Covid-19-Pandemie treibt die Nachfrage nach Speicherchips für Server und PCs an. Auch die Preise für Speicherbausteine wurden in die Höhe getrieben.

Sondererlös dank Apple

Dagegen hatte Samsung zuletzt die negativen Folgen der Pandemie vor allem im Geschäft mit Smartphones und Unterhaltungselektronik zu spüren bekommen. Die Gewinnschätzungen enthalten laut Samsung außerdem einen Sondererlös im Geschäft mit Displays. Samsung nannte zwar keine Details, Analysten vermuten laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap, dass es sich um Ausgleichszahlungen in Höhe von etwa 900 Milliarden Won handelte, die unter anderem von Kunden wie Apple geleistet wurden, weil sie weniger Displays als zugesagt abgenommen haben. Die Nachfrage nach iPhones war im Berichtszeitraum offenbar ebenfalls niedriger.

Detaillierte Zahlen will der Konzern später im Juli vorlegen. Die Samsung-Aktie notiert im Frankfurter Handel bei 875 Euro. Damit hat der Titel seine Höchststände aus dem Frühjahr bei mehr als 1.000 Euro noch nicht wieder erreicht. Von den "Corona-Tiefs" unter 650 Euro im März hat sich die Aktie aber wieder deutlich berappelt.

AB