Ein Goldbarren auf Dollarnoten
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Zinshoffnungen lassen Goldpreis ausbrechen Gold so teuer wie seit fast sechs Jahren nicht

Stand: 21.06.2019, 11:20 Uhr

Es sind gute Zeiten für Gold: Die Welt ist in den vergangenen Monaten nicht sicherer geworden, besonders aber dreht sich der Wind an den Zinsmärkten. Das gelbe Edelmetall, seit Jahren in einer Seitwärtsbewegung gefangen, ist nun ausgebrochen.

Heute sprang der Goldpreis im asiatischen Handel erstmals seit Jahren wieder über die Marke von 1.400 US-Dollar pro Feinunze. Bis auf 1.411 Dollar ging es aufwärts. Das war nicht nur eine neue Jahresbestmarke, sondern zugleich der höchste Stand seit September 2013. Im frühen europäischen Handel fiel der Goldpreis zunächst wieder unter die runde Marke.

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
1.491,71
Differenz relativ
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Die jüngste Rally im Goldpreis ist in erster Linie dem Fed-Zinsentscheid vom Mittwochabend geschuldet. Die Fed hatte den Leitzins zwar unverändert gelassen, jedoch Handlungsbereitschaft und Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf signalisiert. Mittlerweile erwarten die Marktteilnehmer mit großer Mehrheit eine erste Zinssenkung Ende Juli.

Schon in den vergangenen Wochen hatte das Edelmetall von der erwarteten Zinswende in den USA profitiert und allein im Juni zehn Prozent hinzugewonnen. In Euro gerechnet, ist der Goldpreis nun auf dem Niveau von Sommer 2016 angelangt.

Auch der Silberpreis sprang daraufhin deutlich auf bis zu 15,50 Dollar pro Feinunze, ist aber noch weit von früheren Höchstständen entfernt, was auch mit der Eigenschaft des Silbers als Industriemetall zusammenhängt.

Zinsentwicklung eminent wichtig

Die Kursreaktionen zeigen, wie eminent wichtig die Zinsentwicklung für die Bewertung von Edelmetallen ist. Da sie keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwerfen, werden sie in einem Umfeld steigender Zinsen, wie es in den USA noch bis zur Jahreswende vorherrschte, relativ unattraktiver.

Während der Eurokrise 2011 hatte der Goldpreis historische Höchststände über 1.900 Dollar erreicht. Als die US-Notenbank zwei Jahre später erstmals andeutete, ihre lockere Geldpolitik zu straffen, tendierte er wieder deutlich bergab.

"Fluchtwährung" Gold

In der Folge konnte die Notierung auch in Phasen hoher geopolitischer Unsicherheiten kaum profitieren und drohte bereits ihren Nimbus als "sicherer Hafen" einzubüßen.

Im aktuellen Umfeld dürfte aber auch die ungewöhnliche Häufung politischer Unwägbarkeiten die Preise stützen. In erster Linie sind hier der ungewisse Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China, die Eskalation des Konflikts mit dem Iran und die Unsicherheiten in Europa bezüglich des Brexit und der Haushaltsprobleme in Italien zu nennen.

la