Mary Barra, CEO General Motors

Opel-Verkauf sorgt für Verluste GM schwächelt in der Heimat

Stand: 24.10.2017, 15:19 Uhr

Der US-Autoriese hat ein schwieriges Quartal hinter sich gebracht. Unter dem Strich entstand ein Milliardenverlust. Der geht allerdings auf den Verkauf der deutschen Tochter Opel an die französische PSA-Gruppe zurück.

Steuervorteile in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar musste GM wegen des Verkauf von Opel und einer weiteren Tochter, der britischen Vauxhall an PSA aus der Bilanz tilgen. Sie können nach dem Verkauf nicht mehr beansprucht werden. Dadurch entstand unter dem Strich ein Verlust von drei Milliarden Dollar. Auch unter Ausklammerung der Sonderfaktoren verdiente General Motors im Quartal deutlich weniger: 2,5 Milliarden Dollar Nettogewinn bedeuten ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Beim Gewinn je Aktie übertraf GM mit 1,32 Dollar allerdings die Erwartungen des Marktes deutlich, die Aktie startet denn auch mit Zuwächsen in den US-Handel.

Milliardenbelastungen durch Verkauf

PSA zahlte für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro. Laut GM-Finanzvorstand Chuck Stevens hat die Kosten für den Verkauf auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) beziffert, weil GM noch Pensionsverpflichtungen für die Mitarbeiter übernimmt. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Operativ sah es für GM im Berichtszeitraum nicht viel besser aus. Das Ergebnis vor Steuern sank von 3,66 auf 2,56 Milliarden Dollar. Deutlich hier vor allem der Rückgang im operativen Ergebnis im Heimatmarkt Nordamerika, es sank im Vorjahresvergleich von 3,6 auf 2,1 Milliarden Dollar. Laut GM war dies auf die "planmäßig geringere Produktion" in der Region zurückzuführen.

Wachstum in Südamerika und "international"

Regional verbuchte das Geschäft in Südamerika eine kleine Wende. Das operative Ergebnis wurde hier nach einem deutlichen Verlust im Vorjahr mit 52 Millionen Dollar wieder ins Plus gehievt. Auch im "internationalen" Geschäft, also außerhalb der USA, verdiente man operativ mit 310 Millionen Dollar fast die Hälfte mehr als im Vorjahr.

Die offenbar schwächere Nachfrage in den USA hat auch die Umsatzentwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Die Gesamterlöse gingen um 14 Prozent auf 33,6 Milliarden Dollar zurück.

Die Trennung von Opel und Vauxhall hat der GM-Aktie trotz aller Belastungen einen Schub versetzt. Im Frankfurter Handel kletterte der Titel seit Anfang September von gut 30 Euro auf jetzt 40 Euro.

AB