Ein GM-Auto mit Technologie von Cruise Automation
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Start-up für Laser-Radare geschluckt GM setzt auf Autonomie beim autonomen Fahren

Stand: 10.10.2017, 07:27 Uhr

Ohne Laser-Radare geht bei autonomen Autos gar nichts. General Motors hat aber keine Lust mehr auf die langen Wartezeiten bei den etablierten Herstellern – und macht seine Laser-Radare jetzt lieber "selbst".

Der größte amerikanische Autokonzern hat sich die kalifornische Firma Strobe einverleibt. Strobe ist weder groß noch alt: Laut Medienberichten arbeiteten zuletzt gerade einmal 15 Mitarbeiter für das drei Jahre alte Start-up.

Doch Strobe hat etwas, das GM brennend interessierte: eine große Expertise in Sachen Lidar-Technologie.

Lidar, was?

Der Laser-Radar-Sensor (kurz: Lidar) liefert autonomen Autos entscheidende Informationen über ihre Umgebung. Die Geräte tasten permanent die Umgebung ab und sind damit eine Schlüsseltechnologie für viele Entwickler autonomer Fahrzeuge. Man kennt sie als die rotierenden Zylinder auf Autodächern.

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Mit Strobe hat General Motors nun seine eigene Lidar-Technologie direkt im Haus. Ein großer Vorteil in der hart umkämpften Roboterbranche, zuletzt gab es bei etablierten Lidar-Anbietern wie Velodyne zum Teil lange Wartezeiten.

GM plant, Strobe mit Cruise Automation zusammenzulegen. Der US-Autohersteller hatte das auf Software für Roboterwagen spezialisierte Start-up bereits 2016 gekauft.

Mit harten Bandagen

Die Übernahme von Strobe dürfte GM damit beim Bau und Test autonomer Fahrzeuge weit voranbringen. Ein solcher Schritt war dringend nötig, um hier im Vergleich zur Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten.

In der Roboterwagenbranche wird nämlich mit harten Bandagen gekämpft. Die Google-Schwesterfirma Waymo, die ihre eigene Lidar-Technik entwickelt, hat gegen den Fahrdienst-Vermittler Uber geklagt. Der Vorwurf: Ein dorthin gewechselter Top-Entwickler soll Geschäftsgeheimnisse mitgenommen haben.

So schnell kann's gehen?

Während sich Waymo und Uber mit juristischen Auseinandersetzungen beschäftigt sind, holt GM weiter auf. So betonte Kyle Vogt, Chef und Gründer von Cruise Automation erst vor kurzem auf CNBC: "Wir machen große Fortschritte darin, den Fahrer aus dem Auto zu bekommen."

Und Strobe-Gründerin Julie Schoenfeld ist laut "New York Times" überzeugt, dass Strobe Patente halte, die dabei helfen dürften, dass GM und Cruise diese [autonomen] Fahrzeuge "schneller an den Markt bringen werden, als Sie es für möglich halten".

ag