General Motors-Firmenschild

Milliardengewinn und guter Ausblick Ohne Opel geht's GM wieder prächtig

Stand: 31.10.2018, 14:32 Uhr

Der Handelsstreit zwischen den USA und anderen Ländern hat General Motors nicht ausgebremst. Im Gegenteil: Der größte US-Autobauer fuhr im letzten Quartal wieder Milliardengewinne ein. Der Ausstieg bei Opel macht sich bezahlt.

Vor einem Jahr hatte die Trennung von der deutschen Tochter Opel den US-Konzern noch einen Verlust von fast drei Milliarden Dollar eingebrockt. Nun schreibt GM wieder schwarze Zahlen. Im dritten Quartal lag der Nettogewinn bei satten 2,53 Milliarden Dollar. Um Sondereffekte bereinigt verdiente GM je Aktie 1,87 Dollar. Analysten zeigten sich überrascht. Sie hatten lediglich mit 1,25 Dollar je Aktie gerechnet.

Auch beim Umsatz schnitt GM besser ab als erwartet. Die Erlöse kletterten von Juli bis September um 6,4 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar. Insgesamt setzten die Amerikaner 1,98 Millionen Fahrzeuge ab.

Rückenwind vom US-Heimatmarkt

Besonders die kräftige Nachfrage auf dem Heimatmarkt USA und höhere Autopreise trieben GM an. Dabei nahm der Autobauer in Kauf, dass sein Marktanteil wegen der verringerten Rabatte schrumpfte. Die Preispolitik sei gut durchzuhalten, erklärte Finanzchefin Dhivya Suryadevara. Dank des steigenden Gewinn-Beitrags der Fahrzeuge wie etwa neue Pickup-Trucks schaffte es GM, die mit den US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte steigenden Rohstoffkosten auszugleichen. Im Juli hatte der US-Autobauer noch seine Jahresprognose wegen der Zollanhebung gesenkt, weil seine heimischen Metallzulieferer ebenfalls die Preise erhöhten.

Für das laufende Jahr zeigt sich GM nun wieder optimistischer als zuletzt. Der Gewinn je Aktie soll 2018 im oberen Ende der Spanne von 5,80 bis 6,20 Dollar liegen, kündigte der Konzern an. Womöglich sei sogar noch mehr drin. Dazu sollen auch geringere Steuerzahlungen beitragen.

GM-Aktien schießen nach oben

Die Anleger zeigen sich angetan von den GM-Zahlen. Die Aktien des Autobauers springen im frühen Handel um mehr als acht Prozent in die Höhe. Das tut dem Kurs gut. Die Titel haben auf Ein-Jahres-Sicht rund 14 Prozent an Wert eingebüßt.

Ähnlich gute Zahlen wie GM hatte vor kurzem auch Fiat Chrysler vorgelegt. Der drittgrößte US-Autobauer steigerte das operative Ergebnis um 13 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro und profitierte vom hohen SUV-Absatz in den USA. Beim zweitgrößten US-Autokonzern Ford brach dagegen der Nettogewinn um gut ein Drittel auf knapp eine Milliarde Dollar ein. Den Rückgang begründete Ford vor allem mit den hohen Rohstoff-Kosten, die durch die US-Zölle auf Stahl und Aluminium steigen. Auch ein schwacher China-Absatz mit der veralteten Produktpalette belastete das Ergebnis.

nb

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