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Milliardenbelastungen drücken Jahresprognose GM leidet unter Streikfolgen

Stand: 29.10.2019, 14:43 Uhr

Der 40-tägige Streik, der die Produktion des US-Autobauer beeinträchtigt hatte, ist vorbei. In der Bilanz des abgelaufenen Quartals sind die Spuren deutlich zu sehen. Dennoch gewinnt die Aktie von General Motors (GM) am Dienstag - denn es hätte alles noch viel schlimmer kommen können.

Fast drei Milliarden Dollar Nettogewinn wird der Streik General Motors im Geschäftsjahr 2019 kosten, das teilte der US-Konzern am Dienstagmittag mit. Das entspricht Gewinneinbußen von rund zwei Dollar je Aktie.

Auch das Streikende kostet

Die mächtige Autogewerkschaft UAW hatte 40 Tage lang gestreikt, um einen neuen Tarifvertrag bei GM durchzusetzen. Es war der längste Ausstand in der US-Autoindustrie seit 1970. Der Kompromiss mit der Gewerkschaft sieht unter anderem deutlich mehr Gehalt und erhebliche Boni für die Mitarbeiter vor. Zudem sicherte GM zu, mit milliardenschweren Investitionen in die US-Produktion Tausende Jobs zu erhalten.

Entsprechend nahm das Unternehmen seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2019 zurück. Pro Anteilsschein peilt man nun nur noch 4,50 bis 4,80 Dollar an. Zuvor hatte die Erwartung bei 6,50 bis 7,00 Dollar je Aktie gelegen.

Schwächer, aber besser als gedacht

Neben den Streikfolgen musste GM im abgelaufenen Quartal auch noch ein schwaches China-Geschäft verdauen. Der Reingewinn sank im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um rund 200 Millionen Dollar auf 2,3 Milliarden Dollar. Damit fiel der Rückgang aber nicht so stark aus wie von Experten erwartet. Grund war der robuste Absatz von besonders margenstarken Pick-up-Trucks und SUVs. Dank starker Gewinnspannen bei SUVs und Pick-up-Trucks im US-Heimatmarkt kann GM Absatzschwächen bislang relativ gut ausgleichen. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,72 Dollar. Analysten hatten nach Daten von Refinitiv im Schnitt mit 1,31 Dollar gerechnet.

Die Aktie gewinnt vorbörslich an der Wall Street 1,4 Prozent. Der Titel liegt seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent im Plus. Seit Beginn des Streiks im September hatte die Aktie allerdings fast sechs Prozent verloren.

AB