Monsanto- und Bayer-Schriftzug aus Scrabble-Steinen mit Dollarnoten und Gersteähren
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Berufung geplant Schwerer Rückschlag für Bayer im Glyphosat-Prozess

Stand: 23.10.2018, 09:06 Uhr

Das revidierte Schadenersatzurteil im ersten Glyphosat-Prozess in den USA sieht eine deutlich geringere Strafe für die Bayer-Tochter Monsanto vor. Doch das ist keine gute Nachricht für Bayer.

Experten sehen in dem revidierten Schadenersatzurteil einen schweren Rückschlag für den Dax-Konzern Bayer und seine Tochter Monsanto. Die Bayer-Aktie fällt um bis zu 8,5 Prozent bis auf 70,02 Euro und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im Dax.

Prozess wird nicht neu aufgerollt

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Zwar kann Bayer im ersten US-Prozess um angeblich verschleierte Krebsgefahren glyphosathaltiger Unkrautvernichter der Tochter Monsanto mit einer deutlich geringeren Strafe rechnen.

Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos hält eine Entschädigung von 78 Millionen US-Dollar statt den von einer Geschworenenjury in San Francisco beschlossenen insgesamt 289 Millionen Dollar für angemessen.

Doch wer – wie Monsanto – gehofft hatte, dass der Prozess neu aufgerollt wird, sieht sich getäuscht. Richterin Bolanos wies den von Monsanto gestellten Antrag auf einen neuen Prozess ab.

Worum es geht

Monsanto-Kläger und Krebs-Opfer Dewayne Johnson

Im August hatte die Geschworenenjury des Gerichts in San Francisco Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne "Lee" Johnson verurteilt. Die Laienrichter sahen es als erwiesen an, dass Monsanto-Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und der Hersteller davor nicht ausreichend gewarnt und die Risiken verschleiert hat.

"Ein Schritt in die richtige Richtung"

Der Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer will daher gegen das revidierte Schadenersatzurteil im Berufung einlegen.

Die deutliche Reduzierung des Strafschadenersatzes durch das Gericht sei "ein Schritt in die richtige Richtung", doch sei Bayer nach wie vor überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen stehe, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Leverkusen mit. Daher sei geplant, Berufung beim California Court of Appeal einzulegen.

ag