Global Player

Weltmarktführer aus der zweiten Reihe Globale Nischen-Player

Stand: 09.03.2018, 16:20 Uhr

Weltweit erfolgreich sind sie, haben mit ihren Produkten und Technologien eine lukrative Nische besetzt - und sind vielen Anlegern dennoch unbekannt. Dabei bieten sich deutsche Weltmarktführer als Investment geradezu an.

Überwiegend im Besitz der Gründerfamilie oder eigentümergeführt, Stammsitz im deutschsprachigen Raum, dabei aber global aufgestellt und mindestens auf drei Kontinenten vertreten. Das sind laut der Universität St. Gallen die Grundvoraussetzungen für einen heimischen "Champion" unter den Unternehmen.

Wenig Aufsehen, viel Know-how

Dazu gehört aber natürlich auch, dass man als Firma in seinem Produkt- oder Dienstleistungs-Bereich die Nummer eins oder zwei sein muss. Und der Export- und Auslandsanteil des Geschäfts muss bei mindestens 50 Prozent liegen. Und eine gewisse Größe muss der Aspirant mitbringen, um in den "Weltmarktführerindex" der Wissenschaftler aufgenommen zu werden: 50 Millionen Jahresumsatz müssen es schon sein. Der alljährlich erstellte Index enthält mehrere Hundert Unternehmen aus dem DACH-Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich). Wermutstropfen für Anleger allerdings: Viele der Firmen sind nicht börsennotiert oder gehören zu den großen Playern ihrer Branche wie BASF oder Fresenius und sind daher auch an der Börse zu bekannt, um für überraschende Kurssprünge zu sorgen.

In der zweiten und dritten Reihe, also den Nebenwerte-Indizes oder sogar abseits von MDax, TecDax und SDax, wird man hier eher fündig. Wenige Analysten beschäftigen sich mit den Titeln, vielen Fondsmanagern sind sie schlicht zu klein, um ins Portfolio aufgenommen zu werden. Der Begriff des "Hidden Champion", der versteckten Perle am Aktienmarkt, tauchte erstmals 1990 in einer Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Hermann Simon auf. Simon stellte bereits damals fest, dass Deutschland besonders viele solcher versteckten Weltmarktführer hervorgebracht hat.

Straff geführt und aufs Produkt konzentriert

Oft sind sie unter den Maschinen- und Anlagenbauern zu finden, auch Branchen wie Elektronik sind vertreten. Gemeinsam ist ihnen zumeist, dass sie inhabergeführt sind, straff organisiert werden und einen hohen Innovationsgrad aufweisen. Sie stecken im Schnitt etwa das Doppelte an Aufwendungen in die Forschung und Entwicklung noch besserer Produkte, als das bei "normalen" Industrieunternehmen der Fall ist. Sie besitzen ebenfalls im Schnitt viel mehr Patente als vergleichbare Unternehmen

Nicht zuletzt scheint es bei den "Hidden Champions" eine spezielle Unternehmenskultur zu geben. Eine straffe "patriarchalische" Unternehmensführung, die aber dennoch teamorientiert und an Leistung ausgerichtet ist, attestieren Experten den Champion-Firmen. Hohe Motivation und Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen gehören ebenso dazu wie eine Fokussierung auf das Produkt.

Einzeltitel oder Fonds-Investment

Wer sich als Anleger die Mühe machen will, auf einen oder mehrere der kleinen, aber feinen Weltmarktführer zu setzen, wird zumeist mit überdurchschnittlichen Wertentwicklungen belohnt. Allerdings sind die Risiken von Kursrückschlägen ebenfalls gegeben, etwa wenn ein neues Produkt nicht einschlägt oder ein Kunde abspringt (s. unsere Übersicht: Hidden Champions als Kursraketen).

Einige wenige Fonds sind auf die Auswahl und regelmäßige Überprüfung von Small und "Micro" Caps mit Alleinstellungs-Merkmalen spezialisiert. Dazu gehört etwa der 2015 aufgelegte Aktienfonds "DJE – Mittelstand und Innovation" (ISIN: LU1227570055). Auch der "Lupus alpha Smaller German Champions" (ISIN: LU0129233093) ist ständig auf der Suche nach den innovativeten und am besten gemanagten Firmen aus der zweiten und dritten Reihe. Beide Fonds haben den Index der großen Weltmarktführer, den Dax, in den vergangenen Jahren deutlich hinter sich gelassen.

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Hidden Champions als Kursraketen Chartserie

<b>Isra Vision</b><br />Nur ein kleiner Teil der Weltmarktführer in der Nische hat es in einen der Auswahlindizes geschafft, zu klein das Gesamtgeschäft, zu unbekannt die Firma für viele Investoren. Isra Vision ist Weltmarktführer für Oberflächeninspektionssysteme und ein globaler Anbieter im Bereich industrielle Bildverarbeitung. Spezialisiert ist das Unternehmen auf 3D-Systeme zur Roboterführung und Formerkennung. Die Aktie ist demnächst im TecDax enthalten.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Isra Vision
Nur ein kleiner Teil der Weltmarktführer in der Nische hat es in einen der Auswahlindizes geschafft, zu klein das Gesamtgeschäft, zu unbekannt die Firma für viele Investoren. Isra Vision ist Weltmarktführer für Oberflächeninspektionssysteme und ein globaler Anbieter im Bereich industrielle Bildverarbeitung. Spezialisiert ist das Unternehmen auf 3D-Systeme zur Roboterführung und Formerkennung. Die Aktie ist demnächst im TecDax enthalten.

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