Gilead Sciences

Hoffnung auf Corona-Medikament Gilead weist Bericht über Remdesivir-Flop zurück

Stand: 24.04.2020, 12:05 Uhr

Die Anleger sind auf der Suche nach dem Pandemie-Killer wieder genauso ratlos wie zuvor: Gilead wehrt sich gegen einen Medienbericht über enttäuschende Testergebnisse beim Mittel Remdesivir. Der Aktie hilft das heute zumindest etwas weiter.

Trotz Dementi büßten die Titel von Gilead Science gestern in den USA mehr als vier Prozent ein. Dabei hatte der Biotech-Konzern einen Bericht der "Financial Times" zurückgewiesen, wonach der bisherige Hoffnungsträger im Kampf gegen das Corona-Virus, Remdesivir, versagt habe. Bei der Behandlung von Patienten in China habe es laut FT keine spürbaren Verbesserungen bei der Gabe des Mittels gegeben.

Unangemessene Darstellung einer abgebrochenen Studie

Das Unternehmen wie auch die Weltgesundheitsorganisation WHO versuchten die aufgeregten Gemüter zwar zu beruhigen, unter anderem mit dem Verweis auf die Unvollständigkeit der unabsichtlich an die Öffentlichkeit gelangten Studie.

Die Studie in China sei wegen mangelnder Teilnehmerzahl vorzeitig abgebrochen worden und daher statistisch nicht aussagekräftig, erklärte der US-Pharmakonzern. Die "Financial Times" habe den Vorgang unangemessen dargestellt, die Weltgesundheitsorganisation habe aus Versehen einen Entwurf der klinischen Studie ins Internet gestellt. Die UN-Organisation bestätigte die Panne und teilte mit, das Dokument sei nach dem Bekanntwerden des Fehlers wieder entfernt worden.

Im deutschen Handel holt die Gilead-Aktie zumindest wieder etwas auf und notiert mehr als ein Prozent im Plus.

"Weitermachen mit irgendeiner Form normalen Lebens"

Vor etwa einer Woche hatten vorab bekanntgewordene Daten aus einer ebenfalls noch unveröffentlichten Studie für Euphorie an den Börsen gesorgt: Händler zogen daraus Hoffnung auf eine rasche Überwindung der Pandemie.

Presseseite von Gilead Sciences

Presseseite von Gilead Sciences. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Die Anleger hätten viel Hoffnung in das Mittel gesetzt, sagte Marktstratege Stephen Innes von Axitrader. Investoren suchten nach etwas, dass die Pandemie beenden könnte, sagte Tim Ghriskey, Chef-Investmentstratege des New Yorker Vermögensverwalters Inverness Counsel. "Jede schlechte Nachricht wird wahrscheinlich den Markt durcheinander bringen", sagte er.

"Investoren wollen einen Anschein von Hoffnung, dass sie bald aus ihren Häusern kommen und mit irgendeiner Form von normalem Leben weitermachen können", meint Ghriskey.

ts