Gilead Sciences

Aktie geht durch die Decke Gilead: Corona-Wirkstoff gefunden?

Stand: 17.04.2020, 18:40 Uhr

Das amerikanische Pharmaunternehmen Gilead Sciences schürt Hoffnung. Laut einem Medienbericht gibt es positive Daten für Gileads noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patienten.

Gemäß eines Berichts auf der medizinischen US-Website Stat zeigte sich bei einer Gruppe von Patienten, die mit dem potenziellen Medikament behandelt worden waren, eine rasche Erholung von Fieber und Atemwegssymptomen.

Die meisten Patienten nach einer Woche kuriert

Demnach seien die meisten Patienten der Studie in Chicago innerhalb einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nur zwei seien gestorben, hieß es in dem Bericht auf Stat. In die Studie seien 125 Patienten aufgenommen worden, von denen die meisten schwer erkrankt waren.

Gilead Sciences: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
51,62
Differenz relativ
+1,83%

Gilead erklärte, die Daten müssten noch analysiert werden, um daraus Schlüsse zu ziehen. Die Chicagoer Uniklinik wies in einer E-Mail darauf hin, dass Teildaten aus einer laufenden Studie nicht genutzt werden sollten, um daraus Ergebnisse herzuleiten. Informationen aus einem internen Forum für Wissenschaftler seien ohne Erlaubnis veröffentlicht worden. Der Pharmakonzern rechnet damit, Ende des Monats erste Ergebnisse aus der laufenden Phase-III-Studie bekanntgeben zu können.

Die Börse hat schon Lunte gerochen

Die Gilead-Aktie stieg nach dem Bericht am Freitag um acht Prozent auf 82,63 Dollar. Mit zeitweise 85,79 Dollar lag der Biotech-Titel knapp unter seinem jüngst markierten Vierjahres-Hoch. Bereits seit Mitte Januar befindet sich die Aktie des Unternehmens aus Foster City in der Nähe von San Francisco in einem Aufwärtstrend - trotz der extrem heftigen Börsenturbulenzen im März.

Somit hat die Börse bereits eine ganze Menge Vorschusslorbeeren verteilt.

Außerdem schläft die Konkurrenz nicht. Dutzende Unternehmen testen derzeit bereits vorhandene Medikamente an Corona-Patienten oder entwickeln Impfstoffe gegen die Krankheit. Die Euphorie der Anleger könnte somit schnell wieder ins Gegenteil umschlagen oder anderen Unternehmen zuteil werden.

ME

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Medikamente als Hoffnungsträger Die Virus-Profiteure

<strong>Gilead Sciences</strong><br/>Bei antiviralen Medikamenten liegt Gilead ganz vorn. Die amerikanische Biotech-Firma ist führender Anbieter von Aids-Medikamenten. Remdesivir könnte bei der Behandlung von Coronavirus-Erkrankten wirken. In mehreren Ländern finden derzeit klinische Studien mit Remdesivir statt. Erste Zwischenergebnisse in Chicago waren vielversprechend. Dagegen wurde eine Studie in China abgebrochen. Gilead weist aber Berichte zurück, wonach das Mittel ein Flop gewesen sei. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Einsatz des Mittels im Kampf gegen das Virus beflügelte den Aktienkurs der Biotech-Firma. Die Aktie von Gilead sprang seit Ende Januar deutlich nach oben.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 3 Monate

Gilead Sciences
Bei antiviralen Medikamenten liegt Gilead ganz vorn. Die amerikanische Biotech-Firma ist führender Anbieter von Aids-Medikamenten. Remdesivir könnte bei der Behandlung von Coronavirus-Erkrankten wirken. In mehreren Ländern finden derzeit klinische Studien mit Remdesivir statt. Erste Zwischenergebnisse in Chicago waren vielversprechend. Dagegen wurde eine Studie in China abgebrochen. Gilead weist aber Berichte zurück, wonach das Mittel ein Flop gewesen sei. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Einsatz des Mittels im Kampf gegen das Virus beflügelte den Aktienkurs der Biotech-Firma. Die Aktie von Gilead sprang seit Ende Januar deutlich nach oben.