VW I.D.

Gigafactories made in Germany VW und Opel nehmen die Mega-Herausforderung an

Stand: 07.02.2020, 16:34 Uhr

Die Batterien für Elektroautos kommen bisher in erster Linie aus Ländern wie China und Südkorea. Nun wollen Volkswagen und Opel jeweils mit einer eigenen "Gigafactory" dagegenhalten.

Volkswagen hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, in Salzgitter eine Batteriezellenfabrik zu errichten. Doch nun soll die Kapazität noch stärker ausfallen als bisher geplant. Anstatt für 16 soll das Werk für bis zu 24 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr ausgelegt werden. Den Bauantrag will man im März einreichen. Partner für die nun drei Produktionslinien ist das schwedische Unternehmen Northvolt. Anfang 2021 sollen die Arbeiten an dem Werk starten, Zieldatum für den Produktionsanlauf in Salzgitter ist der Jahresbeginn 2024.

Der Großteil der Beschäftigten am VW-Standort Salzgitter ist derzeit noch in der Produktion von Verbrennungsmotoren eingesetzt. Eigene Batteriezellen sind ein wichtiger Baustein in der "Elektro-Offensive" des Konzerns. Bis 2024 fließen insgesamt rund 33 Milliarden Euro in die E-Mobilität, bei der Kernmarke VW Pkw sind es elf Milliarden Euro.

Der französische Autobauer PSA fährt mit seiner Tochter Opel eine ähnliche Strategie. Das Unternehmen will in Kaiserslautern drei Blöcke mit einer Kapazität von je acht Gigawattstunden schrittweise aufbauen. Opel will dazu rund zwei Milliarden Euro investieren und 2.000 Arbeitsplätze schaffen.

Opel offen für die Konkurrenz

Opel will Batteriezellen aus der ab 2024 geplanten Produktion in Kaiserslautern nicht nur für eigene Elektroautos verwenden. "Die hier gefertigten Batteriezellen werden auch verfügbar sein für andere Hersteller, und wir sind grundsätzlich auch offen für weitere Partner", sagte Opel-Chef Michael Lohscheller am Freitag.

Zum Vergleich: Tesla fertigt gemeinsam mit Panasonic in seiner Gigafactory in der Wüste Nevadas derzeit Batterien mit über 20 Gigawattstunden pro Jahr. Wenn die Gigafactory 1 voll ausgebaut ist, sollen dort 35 Gigawattstunden pro Jahr gefertigt werden.

Wiederholt sich die Geschichte?

Für die beiden Unternehmen kann man nur hoffen, dass es in Zukunft nicht so laufen wird wie vor einigen Jahren bei Solarzellen. Damals waren Unternehmen wie Q-Cells - nach einem kurzzeitigen Boom - der übermächtigen Konkurrenz aus Fernost zum Opfer gefallen.

Die deutschen Unternehmen waren angesichts drastisch gesenkter Vergütungssätze des Bundes und eines abgeschotteten chinesischen Marktes der asiatischen Konkurrenz schlichtweg nicht gewachsen.

ME/dpa/rtr