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Gewinnwarnung lässt Aktie taumeln GFT braucht die Wende

Stand: 24.10.2017, 14:10 Uhr

Der IT-Spezialist steht vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung: Weil die Kunden auf Bankenseite mit Aufträgen geizen, will sich das SDax-Unternehmen nun neue Kundschaft erschließen. Die Geschäftsentwicklung und die Aussichten sorgten für Kursverluste.

Einst war die Aktie einer der gefragtesten Werte im SDax. GFT half der Bankenbranche dabei, die Herausforderungen der Digitalisierung und Regulierung zu meistern. Doch die einst vollen Auftragsbücher haben sich nicht so weiter gefüllt wie erhofft. Nach einer ersten Gewinnwarnung im Juli muss GFT Technologies am Dienstag erneut die Gewinnprognose nach unten korrigeren. Die Aktie rauscht um bis zu elf Prozent auf 13,80 Euro abwärts.

Wachstum adé

Das Unternehmen geht für das laufende Jahr nur noch von Umsätzen bei 415 Millionen Euro aus, zuvor sollten 425 Millionen erreicht werden. Damit werden die Erlöse 2017 leicht sinken. Auf diesem Niveau will man den Umsatz auch im kommenden Jahr halten - Wachstum wird es damit bei GFT erst einmal nicht mehr geben. In den ersten neun Monaten gingen legten Erlöse nur noch um 0,7 Prozent auf 316,5 Millionen Euro zu.

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GFT: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13,86
Differenz relativ
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Das Unternehmen will nach eigenen Angaben auf die nachlassende Nachfrage aus dem Bankensektor reagieren. Derzeit belastet dabei vor allem, dass zwei große Kunden aus der Investmentbanking-Branche, die Deutsche Bank und die britische Barclays, bei IT-Ausgaben sparen. Die Expanson will GFT nun stärker in den Industriesektor vorantreiben. Dort will man Kunden Lösungen im Bereich Industrie 4.0 anbieten.

Aktie nach Sturmlauf im Dauerverfall

Die Investitionen für die Neuausrichtung, aber auch die schwächere Nachfrage von der bisherigen Stammkundschaft belasten auch die Ergebnisseite bei GFT. In den ersten neun Monaten ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 14 Prozent auf 29,1 Millionen Euro zurück. Auch hier liegt die Latte für das Gesamtjahr mit 34 Millionen Euro nun deutlich niedriger als zuvor. Bislang hatte GFT ein Ebitda von 42 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die Aktie hat sich in den vergangenen beiden Jahren nach einem Sturmlauf auf rund 30 Euro (2015) auf derzeit 13,81 Euro mehr als halbiert. Anleger dürften auf klare Signale warten, dass das Unternehmen die Neuausrichtung wirklich schafft.

AB