Aktie bricht ein Gewinnwarnung von Bastei Lübbe

Stand: 01.02.2018, 15:25 Uhr

Das ist ganz bitter. Der Kölner Verlag Bastei Lübbe rutscht tief in die roten Zahlen und schockt damit seine Aktionäre. Der Vorstand muss die Reißleine ziehen, denn viele Annahmen erweisen sich als haltlos. Das Kerngeschäft läuft hingegen gut.

Hohe Abschreibungen auf vorhandene Manuskriptbestände, aber auch eine schlechter als erwartete Geschäftsentwicklung bei einigen Tochtergesellschaften werden das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr 2017/18 des Unternehmens schwer belasten.

Das Kerngeschäft Buchverlage mit so bekannten Autoren wie Dan Brown mit seinem jüngsten Bestseller "Origin"oder Ken Follett mit "Das Fundament der Ewigkeit" entwickelt sich hingegen positiv. Auch "Gregs Tagebücher", eine Kinderbuchserie von Jeff Kinney, sind schon lange ein Verkaufsschlager in der Sparte, zu der auch die berühmten "Jerry Cotton" oder "Dr. Frank"- Hefte gehören.

In den roten Zahlen

Konkret prognostiziert Bastei Lübbe nun einen Umsatzrückgang von bisher avisiert 160 auf 140 Millionen Euro. Das Ebitda wird nach ersten vorläufigen Berechnungen von 9,3 auf 5,0 Millionen Euro (14 Millionen Euro waren angepeilt), das Betriebsergebnis (Ebit) auf minus elf Millionen Euro fallen.

Bastei Lübbe Jerry Cotton. | Quelle: picture-alliance/dpa

Abschreibungen auf aktivierte Autorenmanuskripte schlagen dabei mit vier bis fünf Millionen Euro negativ zu Buche. Probleme bereiten die in der Vergangenheit jeweils individuell beurteilte und angesetzte Werthaltigkeit der Manuskripte. Zukünftig soll hier in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfer schematischer und restriktiver vorgegangen werden. Die Abschreibung ist daher dem Charakter nach zunächst eine Einmalbelastung.

Schwerer wiegt da die negative operative Entwicklung der Tochtergesellschaften, die mit rund sieben Millionen Euro Niederschlag findet. Diese zeigt, dass viele Annahmen des Vorstandes zu optimistisch waren. Vor allem beim Buchgroßhändler BuchPartner, der auf den Buchvertrieb über Lebensmittel- und Elektronikmärkte spezialisiert ist, läuft das Geschäft nicht wie erwartet. Der Umsatz liegt nach neun Monaten mit 26,0 Millionen Euro deutlich hinter den 32,5 Millionen Euro des Vorjahres. Auch die Digitalisierungsstrategie des Konzerns rechnet sich nicht wie erwartet.

Reißleine gezogen

Vorstandschef Carel Halff sprach von einer "schmerzlichen", aber notwendigen Bilanzbereinigung. Er kündigte gleichzeitig mit der Gewinnwarnung eine Initiative an, mit der die Effizienz des Unternehmens gesteigert werden soll. Dabei werden alle Bereiche des Unternehmens kritisch unter die Lupe genommen. Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht genannt.

Aktie auf historischen Tiefstand

Nachrichten dieser Art kommen naturgemäß bei den Anlegern gar nicht gut an. Sie werfen das im Prime Standard notierte Papier in hohem Bogen aus dem Depot. In der Spitze fällt die Aktie bisher auf ein historisches Tief von 2,90 Euro. Aktuell hat sich das Papier zwar wieder etwas erholt auf rund 3,30 Euro, es bleibt damit aber immer noch ein hoher prozentual zweistelliger Tagesverlust von derzeit gut 14 Prozent.

Die Aktie war 2013 zu 7,50 Euro an den Markt gekommen und notierte zunächst seitwärts, wobei das Emissionsniveau nie nachhaltig überschritten wurde. Ab Mitte 2016 begann dann mit Unterbrechungen der Abstieg bis zum aktuellen Niveau.

rm