Aurubis-Mitarbeiter kontrolliert das aus dem Anodenofen laufende flüssige Kupfer
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Mehr Geld mit Kupferschrott Gewinnsprung bei Aurubis

Stand: 13.12.2017, 08:30 Uhr

Gute Geschäfte mit Kupferkonzentrat haben Aurubis im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinnsprung beschert. Zudem zahlte sich das Sparprogramm aus. Nun setzt der Kupferkonzern auf andere Metalle.

Nach dem Gewinneinbruch im Vorjahr gab Aurubis 2016/17 wieder kräftig Kupfer. Vor Steuern verdiente das MDax-Unternehmen aus Hamburg 298 Millionen Euro – 40 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2015/16. Damals hatte der wartungsbedingte Stillstand des Werks in Bulgarien das Ergebnis geschmälert. Unter dem Strich verdienten die Hamburger mit 352 Millionen Euro fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz stieg ebenfalls zweistellig um 17 Prozent auf 11,04 Milliarden Euro.

Aurubis spart sich reich

Neben der wieder laufenden Produktion am Standort in Bulgarien lieferten auch höhere Raffinierlöhne für Altkupfer Rückenwind. Hinzu kamen positive Effekte aus dem Effizienzprogramm. Das Jahresziel von mindestens 30 Millionen Euro Einsparungen wurde erreicht. Für die kommenden Jahre sind weitere Effizienzmaßnahmen geplant.

Europas größter Kupferkonzern blickt verhalten optimistisch auf das neue Geschäftsjahr 2017/18. Firmenchef Jürgen Schachler rechnet trotz der volatilen Märkte damit, dass das Vorsteuerergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleibt. Die Hamburger rechnen mit einer stabilen bis guten Nachfrage nach Kupferprodukten. Allerdings stünden noch keine Referenzpreise für die Schmelz- und Raffinierlöhne fest. Diese sind für die Ertragskraft des Unternehmens wichtig. Auch sei der Schwefelsäure-Markt schwer prognostizierbar.

Die Aktien von Aurubis ziehen vorbörslich um ein Prozent an. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die MDax-Titel gut 37 Prozent zugelegt und mit 78,65 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Investitionen in andere Metalle

Künftig will der Konzern zum Mehrmetalle-Produzent werden. Das Angebot weiterer Metalle wie Nickel, Selen oder Tellur soll ausgebaut werden. Bis zum Geschäftsjahr 2022/23 plant Aurubis, die Verkaufsmenge von Nicht-Kupfer-Metallen zu verdoppeln.

Im Zuge seiner neuen Strategie will der Konzern nun mehr Geld in die Hand nehmen. Die operative Rendite auf der eingesetzte Kapital (ROCE) wird daher etwas unter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres erwartet. Die Kennziffer war von 10,9 auf 15,1 Prozent gestiegen.

nb