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Aktie klettert kräftig Gewinnsprung bei Siemens Healthineers

Stand: 04.11.2019, 07:24 Uhr

Der MDax-Konzern konnte seinen Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr deutlich steigern. Allerdings verfehlte der Medizintechnikkonzern die eigenen Profitabilitätsziele.

Aufgrund der holprigen Einführung des neuen Labordiagnostik-Systems kommt Siemens Healthineers nicht richtig voran. Während der Konzern beim Umsatz im Geschäftsjahr 2018/19 (zum 30. September) mit 14,5 Milliarden Euro das Vorjahresniveau um sechs Prozent übertraf, war die bereinigte operative Gewinnmarge mit 17,3 Prozent lediglich 0,1 Prozent höher als im Vorjahr. Siemens Healthineers Chef Bernd Montag hatte eine operative bereinigte Gewinnmarge von mindestens 17,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Der Gewinn nach Steuern sprang im abgelaufenen Geschäftsjahr um 24 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Grund dafür war unter anderem, dass Healthineers weniger Zinsen zahlen musste.

Aktie erreicht Rekord-Hoch

Die Titel des MDax-Konzerns haben sich am Montag für eine klar positive Richtung entschieden. Vorbörslich stand die Aktie kurzzeitig noch unter Druck, im Xetra-Handel startete sie dann aber kräftig im Plus. Mit 41,475 Euro verbuchten sie zu Handelsbeginn sogar einen neuen Rekord. Zuletzt standen die Titel mit gut sechs Prozent im Plus. Healthineers ist aktuell somit größter MDax-Gewinner. Im Gesamtjahr legte die Aktie um rund zehn Prozent zu.

Der gute Umsatz habe die durchschnittliche Analystenmeinung übertroffen, urteilte JPMorgan-Analyst David Adlington in einer ersten Reaktion. Dennoch beließ die US-Bank die Einstufung auf "Underweight" mit einem Kursziel von 32,30 Euro.

Die Commerzbank hingegen hat die Einstufung von Siemens Healthineers nach Vorlage der Zahlen auf "Buy", mit einem Kursziel von 45 Euro, belassen. Analyst Daniel Wendorff schrieb, dass der Ausblick in Ordnung sei und der Medizintechnikkonzern mit hervorragendem Umsatzwachstum glänze.

Holpriger Start der neuen Laborstraßen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lieferte der Medizin-Konzern 1.820 Stück der "Atellica"-Laborstraßen aus. Zuletzt hatte Vorstandschef Montag das Auslieferungsziel von 2.500 auf 1.800 Stück gesenkt. Der Konzern musste zugeben, dass es die geplante Umsatzrendite in dieser Sparte von 15 Prozent nicht wie ursprünglich gedacht 2022 erreichen wird. Es werde bis 2024 dauern, bis das Ziel erreicht wird, sagte Healthineers.

Konzern-Chef Montag sagte: "Wir gehen die Herausforderungen bei Diagnostics entschlossen an, während wir die starken Positionen von Imaging und Advanced Therapies ausbauen". Das operative Ergebnis bei Imaging (Bildgebung) und Advanced Therapies (u.a. Operationsroboter) stieg um 18 und 14 Prozent an.

Große Ziele bis 2020

Der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr (2019/20) soll um fünf bis sechs Prozent wachsen. In den beiden darauffolgenden Geschäftsjahren um rund 5 Prozent.

ms/dpa-AFX/rtr