Samsung-Schriftzug in in Seoul, Südkorea
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Weltgrößter Hersteller Samsung warnt vor Ende des Chipbooms

Stand: 31.10.2018, 09:18 Uhr

Der weltgrößte Hersteller von Speicherchips und Smartphones, Samsung Electronics hat seinen Überschuss im dritten Quartal um 18 Prozent gesteigert. Doch das dürfte nicht so weitergehen.

Nach dem Rekordquartal stellt sich Samsung auf ein Ende des derzeitigen Chipbooms ein. Wegen einer schwächeren Halbleiternachfrage und höheren Marketingausgaben in der Smartphone-Sparte rechnen die Südkoreaner mit einem Gewinnrückgang im vierten Quartal.

Samsung Galaxy Note 9

Samsung Galaxy Note 9. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Die Situation werde sich erst im zweiten Quartal 2019 verbessern, teilte der südkoreanische Konzern am Mittwoch bei der Veröffentlichung seiner endgültigen Quartalszahlen mit. Damit schlägt Samsung Electronics in die gleiche Kerbe wie zuvor Texas Instruments und Apple-Zulieferer AMS, die sich ebenfalls skeptisch zur Nachfrageentwicklung geäußert hatten.

Überangebot an Speicherchips

Die Chipfirmen kämpfen mit einem Überangebot und dementsprechend hohen Lagerbeständen, dem abflauenden Smartphonemarkt, der sinkenden Nachfrage durch Krypto-Schürfer und der schwächelnden Verbraucherelektronikindustrie.

Samsung GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
868,50
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Aus diesem Grund sind die Aktien vieler Chiphersteller - allen voran Intel und Nvidia - in den vergangenen Wochen heftig unter Druck geraten. Samsung zieht daraus erste Konsequenzen und schraubt seine Ausgaben deutlich zurück: Im laufenden Jahr wollen die Südkoreaner weniger als 25 Milliarden Euro investieren und damit 27 Prozent weniger als im Vorjahr.

Nie erreichte Höhen

Im dritten Quartal kletterte das Betriebsergebnis von Juli bis September auf bisher nie erreichte 13,6 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 5,5 Prozent auf 50,7 Milliarden Euro zu. Während es in der Chipsparte noch rund lief, kam das Smartphone-Geschäft nicht auf die Beine. Der Verkauf dieser Geräte blieb den Angaben zufolge im dritten Quartal trotz eines soliden Absatzes bei Spitzenmodellen so gut wie unverändert. Das Ergebnis in der Sparte fiel um ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang 2017.

Ob diese Tendenz auch den Konkurrenten Apple getroffen hat, wird sich morgen Abend nach US-Börsenschluss erweisen, wenn der kalifornische Konzern seine Bilanz vorlegt.

lg