Drei Männer mit verpackten Nintendo Switch-Gaming-Konsolen

Software sticht Hardware Gamer sind verrückt nach Nintendo-Spielen

Stand: 31.07.2018, 11:49 Uhr

Zuletzt machte Nintendo vor allem durch einen rätselhaften Kurssturz Schlagzeilen. Heute lässt der Spielekonsolen-Hersteller wieder Zahlen sprechen. Die Switch schwächelt zwar, aber die Spiele verkaufen sich glänzend.

Ein starkes Geschäft mit Spiele-Software hat dem Spielekonsolen-Hersteller im abgelaufenen Quartal überraschend viel Gewinn beschert. Im ersten Geschäftsquartal verdoppelte sich das operative Ergebnis nahezu von 16,2 auf 30,5 Milliarden Japanische Yen (235 Millionen Euro). Analysten hatten mit derart starken Zahlen nicht gerechnet.

Der Nettogewinn legte um 44 Prozent auf 30,6 Milliarden Yen zu. Die Erlöse wuchsen wegen der schwächelnden Konsolen-Verkäufe allerdings nur um neun Prozent auf 168 Milliarden Yen.

Guter Gesamteindruck

Vor allem das Wachstum bei den Digitalverkäufen macht sich bezahlt: Sie zogen um beachtliche 68 Prozent an. Da auf diese Weise Logistikkosten und Kosten für Verpackung und Lagerung im Vergleich zum Verkauf im Einzelhandel eingespart werden, hat das positive Auswirkungen auf die Gewinnmarge.     

Die Konsolen seien etwas schlechter gelaufen als gedacht, kommentiert ein japanischer Experte. „Aber die Software-Verkäufe sprangen richtig an.“ Der Gesamteindruck sei ziemlich gut, aber nun sei die Frage, ob der Spiele-Umsatz weiterhin in die Bresche springen kann, das sei kritisch für den Gewinn, so der Fachmann.  

Ein Mann spielt

Nintendo Switch. | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendienst

Anleger rätseln über Aktienperformance

Am Börsenplatz Frankfurt legt die Nintendo-Aktie nach den Zahlen um mehr als zwei Prozent zu. Das ist angesichts der Kursverluste seit Ende Mai, die fast 30 Prozent betragen haben, aber nur ein kleiner Trost für die Investoren. So richtig erklären konnten sich Marktbeobachter den tiefen Fall der Aktie bislang nicht.

Einige hatten Zweifel daran, dass die bislang blendend laufende Switch-Konsole das Tempo wird halten können. Nintendo hatte wiederholt die Verkaufsprognose erhöht. In diesem Jahr will der Konzern 20 Millionen Einheiten losschlagen. Andere Experten gaben zu bedenken, dass das Spieleangebot eventuell nicht die hohen Erwartungen der Zocker befriedigen würde. Mit fundamentalen Argumenten ließ sich das Phänomen jedenfalls nicht schlüssig begründen.        

Short-Attacke auf Nintendo?

Aber der Grund könnte ein ganz anderer sein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, habe jüngst eine massive Short-Attacke die Aktie ins Trudeln gebracht. Gabriel Plotkin, der Boss des New Yorker Hedgefonds Melvin Capital Management, soll dahinter stecken.

Er habe nach Angaben in den behördlichen Unterlagen eine 400-Millionen-Dollar-Wette gegen Nintendo platziert. Rund sieben Prozent des täglichen Handelsvolumens der Aktie sollen auf sein Konto gehen. Über die Gründe für seine Short-Attacke wollte sich Plotkin Bloomberg gegenüber nicht äußern.

ts

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