Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co.

Coronakrise schlägt durch Gewinneinbruch bei JPMorgan

Stand: 14.04.2020, 14:48 Uhr

Die Handelsgeschäfte bei der US-Großbank liefen ausgelöst durch den Corona-Crash im ersten Quartal gut wie selten. Dennoch bekam der Gewinn Schlagseite. Denn JPMorgan musste krisenbedingt Milliarden zurücklegen.

Die USA steuern auf eine Rezession zu, Millionen Menschen haben sich bereits arbeitslos gemeldet, Kredite können möglicherweise millionenfach nicht mehr bedient werden. Ein solches Szenario muss beim Bankenriesen JPMorgan natürlicherweise schnell Spuren hinterlassen.

Rückstellungen verfünffacht

Und die Aussicht auf hohe Kreditausfälle durch die Folgen der Corona-Krise hat der US-Großbank JPMorgan denn auch im ersten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Wegen hoher Rückstellungen für gefährdete Darlehen fiel der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden US-Dollar. JPMorgan musste rund 8,3 Milliarden Dollar wegen gefährdeter Darlehen zurücklegen, rund fünfeinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

Diesen Effekt konnte auch ein gut laufendes Geschäft im Aktien- und Anleihehandel nicht auffangen, das durch die Krise eine Art Sonderkonjunktur hatte. Hier legten die Erträge in beiden Segmenten um zweistellige Prozentsätze zu.

Ertragsrückgang noch moderat

Insgesamt aber gingen die bereinigten Erträge der Bank um drei Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar zurück. Bankchef Jamie Dimon hatte die Aktionäre wegen der Corona-Pandemie bereits auf einen herben Gewinnrückgang im laufenden Jahr vorbereitet. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,78 Dollar, nach 2,65 Dollar je Anteilsschein ein Jahr zuvor.

Die JPMorgan-Aktie legte in den USA im vorbörslichen Handel dennoch leicht zu. Investoren hatten offenbar mit noch schlechteren Nachrichten gerechnet.

Gewinnerosion auch bei Wells Fargo

Papiere des Konkurrenten Wells Fargo kommen dagegen derzeit nicht ins Plus. Die Coronakrise hat auch dem Bankhaus einen Gewinneinbruch eingebrockt. Wegen hoher Belastungen durch faule Kredite und Abschreibungen auf Wertpapiere schrumpfte das Ergebnis im ersten Quartal auf 653 Millionen Dollar von 5,9 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Die Rückstellungen für faule Kredite schossen bei Wells Fargo um 3,2 Milliarden Dollar auf vier Milliarden Dollar in die Höhe.

AB