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Nur Cloud-Sparte wächst Ach IBM

Stand: 17.10.2019, 08:22 Uhr

Beim weltgrößten IT-Dienstleister läuft es noch immer nicht rund. Im dritten Quartal musste das Unternehmen mit schrumpfenden Umsätzen kämpfen - und einen heftigen Gewinneinbruch vermelden. Das lag vor allem an einem teuren Zukauf.

IBM hatte im vergangenen Jahr 34 Milliarden Dollar hingeblättert, um den Linux-Spezialisten Red Hat zu übernehmen. Nun tauchten erstmals Ergebnisse in der Konzernbilanz von IBM auf. Danach verbuchte Red Hat im dritten Quartal zwar ein Umsatzplus von 19 Prozent, verursachte aber auch hohe Kosten, die am Konzerngewinn zehrten.

Der brach in den drei Monaten zwischen Juni und September um 38 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um vier Prozent auf 18,0 Milliarden Dollar. Einzig die Cloud-Sparte, also das Geschäft mit Software- und Speicher-Angeboten über das Internet, steigerte ihren Umsatz um elf Prozent.

Umbau bringt nicht den gewünschten Erfolg

Damit zeigt sich erneut, dass der seit Jahren laufende Umbauprozess von einem Hardwarekonzern zu einem IT-Dienstleister noch immer nicht die erhofften Erfolge bringt. Das Urgestein aus Armonk setzt auf neue Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz und verbucht hier teilweise auch starkes Wachstum. Das reicht jedoch nicht, um die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern zu kompensieren.

Zudem leidet die Bilanz unter dem starken Dollar, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälert. IBM macht den Großteil seiner Erlöse im Ausland. Der Rückgang im jüngsten Quartal markiert das fünfte Vierteljahr in Folge mit einem Umsatzminus. Abgesehen von einem kurzen Ausreißer ging es mit der Geschäftsentwicklung auch zuvor schon Jahre lang nur abwärts.

Anleger reagieren enttäuscht

IBM-Chefin Ginni Rometty zeigte sich trotzdem zuversichtlich: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Kunden IBM und Red Hat als starke Kombination betrachten." Red Hat war vor 25 Jahren mit einer eigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems Linux gestartet, die vor allem auf Servercomputern verwendet wird. Heute entfällt der meiste Umsatz auf das Softwarepaket und Serviceangebot Red Hat Enterprise Linux sowie andere Technik, die häufig in Rechenzentren eingesetzt wird.

Anleger reagierten enttäuscht: Die IBM-Aktie fiel nachbörslich um drei Prozent. Der Rückgang signalisiere, dass IBM beim Vorstoß in neuere Geschäftsfelder wie Cloud-Dienste oder Datenanalyse-Lösungen nur schleppend vorankomme.

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Die Top 5 Cloud-Anbieter Rangliste nach Marktanteilen

Amazon Web Services

Nr. 1 Amazon
Nummer eins im milliardenschweren Cloud-Geschäft ist Amazon mit seiner Sparte AWS (Amazon Web Services). Der Online-Händler kam laut der Statistik des Research-Unternehmens Canalys im dritten Quartal auf einen weltweiten Marktanteil von 32 Prozent.

lg/dpa/rtr