Oliver Bäte, Allianz

Quartalszahlen vorgelegt Allianz robuster als befürchtet

Stand: 05.08.2020, 08:01 Uhr

Dass die Corona-Krise auch die Versicherer hart trifft, haben bereits die Zahlen zum ersten Quartal gezeigt. Das zweite Quartal war noch härter. Dennoch hat es Allianz nicht ganz so schlimm getroffen wie befürchtet.

Das operative Ergebnis sank im Jahresvergleich um 19 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Morgen mitteilte. Unter dem Strich sackte der Überschuss um 29 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro ab. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) stieg nur leicht an auf 95,5 Prozent. Damit schnitt die Allianz aber immer noch besser ab als von Analysten erwartet. Bei der für die Rentabilität von Versicherern so wichtigen Combined Ratio hatten sie eine Verschlechterung auf 97,5 Prozent erwartet.

Der Gesamtumsatz sank im zweiten Quartal 2020 um 6,8 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro. Der Rückgang ist überwiegend auf den Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung zurückzuführen.

Robuste Ergebnisse

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vorstandschef Oliver Bäte sprach dennoch von robusten Ergebnissen und zeigte sich zuversichtlich, dass die Allianz "auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 stabile Geschäftsergebnisse sehen" werde. Eine neue Gewinnprognose für das laufende Jahr wagte er jedoch nicht. Der Vorstand hatte sein ursprüngliches Gewinnziel wegen der Corona-Krise Ende April zurückgezogen.

Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung, dem größten Geschäftsbereich des Konzerns, musste Allianz einen Ergebnisrückgang auf 1,14 Milliarden Euro hinnehmen, nach 1,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz blieb jedoch weitgehend stabil.

Ausfall von Großveranstaltungen belastet

"Die Auswirkung von COVID-19 auf den Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung war im zweiten Quartal 2020 ausgeprägter, aber unser Geschäft hat sich hinsichtlich des Umsatzwachstums als belastbar erwiesen", sagte Giulio Terzariol, Finanzvorstand der Allianz SE. "Bereinigt um die Auswirkungen von COVID-19 bleibt die zugrundeliegende Leistung mit einer normalisierten Schaden-Kosten-Quote von weniger als 94 Prozent stark."

Belastet wird der Versicherer vor allem durch den Ausfall von Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele oder das Oktoberfest. Finanzchef Terzariol erwartete schon im Mai, dass vor allem durch den Ausfall dieser Veranstaltungen noch einige Belastungen hinzukommen.

Vermögensverwaltung wächst

Die Vermögensverwaltung mit den Töchtern Pimco und Allianz Global Investors verzeichnete nach dem schwachen Jahresstart im zweiten Quartal Nettomittelzuflüsse von 26 Milliarden Euro. Dies und die Kursgewinne ließen das für andere Investoren verwaltete Vermögen um 101 Milliarden auf 1,66 Billionen Euro wachsen. Insgesamt verwaltet die Allianz damit nun 2,25 Billionen Euro.

Sein ursprüngliches Ziel, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro zu erreichen, hatte Allianz-Chef Bäte wegen der Corona-Krise bereits Ende April kassiert. Das ursprüngliche Ziel sei wohl nicht zu erreichen, hatte er bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal Mitte Mai gesagt.

lg