Stahlabstich in der Stahlwerkshalle von ArcelorMittal in Hamburg

Hoffnung auf steigende Nachfrage ArcelorMittal haussiert trotz Gewinneinbruch

Stand: 06.02.2020, 10:43 Uhr

Preisdruck und hohe Abschreibungen haben dem weltweit größten Stahlkonzern einen Milliardenverlust eingebrockt. ArcelorMittal erwartet aber eine wieder anziehende Nachfrage. Auch andere Unternehmen profitieren von diesem Ausblick.

Das Minus bei ArcelorMittal lag im vergangenen Jahr unter dem Strich bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr stand noch ein Gewinn von mehr als fünf Milliarden Dollar zu Buche. Der Stahlkonzern will im neuen Geschäftsjahr aber weiter Kosten senken und rechnet mit Einsparungen von bis zu einer Milliarde Dollar. Außerdem seien die Lagerbestände bei den Kunden inzwischen niedrig und der Stahlverbrauch werde steigen. Es sei also mit einer größeren Nachfrage zu rechnen – erste Anzeichen einer Stabilisierung gebe es schon.

Analysten loben das operative Ergebnis (Ebit) von Arcelor Mittal, das mit 925 Millionen Euro die Markterwartungen übertroffen habe. Und auch Anleger bauen auf den optimistischeren Ausblick, sie lassen sich vom milliardenschweren Verlust nicht beirren. Die Aktie von ArcelorMittal legt zwischenzeitlich gut elf Prozent zu und ist immer noch das mit Abstand gefragteste Papier im französischen Leitindex CAC 40. Für das Unternehmen ist es der größte Kurssprung seit fast vier Jahren.

Auch die Konkurrenz profitiert

Im Sog von ArcelorMittal legen auch die Aktien anderer Stahlkonzerne zu. Thyssenkrupp ist mit einem Plus von fast drei Prozent Teil der Spitzengruppe im MDax. Salzgitter steigt um rund fünf Prozent und setzt sich im SDax sogar an die Spitze. Auch Klöckner & Co ist im Nebenwerte-Index oben mit dabei.

Die Stahlkonzerne bekommen schon lange die schwächelnde Konjunktur zu spüren. Die Nachfrage aus wichtigen Branchen blieb zuletzt schwach. Außerdem hatten die Stahlhersteller zwischenzeitlich an höheren Preisen für das Stahl-Vorprodukt Eisenerz zu knabbern. Obendrein belastet der Handelsstreit zwischen den USA und China die Geschäfte der Unternehmen.

niw