Airbus A320 neo
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Probleme mit Militärtransporter weggesteckt Gewinn von Airbus fast verdreifacht

Stand: 15.02.2018, 16:24 Uhr

Trotz erneuter Belastungen für den A400M hat der europäische Flugzeugbauer fast drei Milliarden an Gewinn eingeflogen. Die Erwartungen wurden übertroffen. Für 2018 ist Airbus besonders zuversichtlich.

Im laufenden Jahr peilt Airbus-Chef Tom Enders eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 20 Prozent an. 2017 stieg es um lediglich acht Prozent auf 4,25 Milliarden Euro.

2018 sollen 800 Flugzeuge ausgeliefert werden

Die Zahl der ausgelieferten Verkehrsflugzeuge soll in diesem Jahr auf 800 steigen. 2017 wurden 718 Maschinen ausgeliefert. "Dank unserer sehr guten operativen Ergebnisse, insbesondere im letzten Quartal, haben wir alle Ziele für 2017 übertroffen", erklärte Enders.

Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 2,87 Milliarden Euro. Das ist fast drei Mal so viel als im Vorjahr, als es einen Überschuss von 0,99 Milliarden Euro gab. Zwar profitierte Airbus 2017 vom Verkauf der Rüstungselektronik-Sparte von 604 Millionen Euro und Währungseffekten.

Milliardenrückstellungen für den A340M

Andererseits belasteten erneut Rückstellungen von 1,3 Milliarden Euro für den A400M den Gewinn. Insgesamt hat Airbus damit bereits mehr als acht Milliarden Euro für den A400M zurückgestellt. "Wir sind zwei bis drei Jahren ständig im Krisenmodus", haderte Enders auf der Bilanzpressekonferenz in Toulouse. Die Einigung mit den sieben Käuferstaaten über neue Zeitpläne für den Militärtransporter habe aber erst mal Ruhe gebracht. "Das schlimmste liegt jetzt hinter uns", sagte "Major Tom". Der Airbus-Chef hatte zwischenzeitlich mit einem Abbruch des Programms gedroht

Der Umsatz stagnierte bei 66,8 Milliarden Euro, obwohl Airbus so viel Verkehrsflugzeuge auslieferte wie nie. Der Auftragseingang erhöhte sich von 134 auf 158 Milliarden Euro, in den Orderbüchern stehen nun mehr als 7.200 Flugzeuge im Wert von fast einer Billion Euro. Nach dem jüngsten Großauftrag der arabischen Fluglinie Emirates ist auch die Zukunft des Großraumflugzeugs A380 gesichert. "Darauf können wir aufbauen", sagte Enders am Donnerstag in Toulouse. Nun hofft er auf mehr Orders für den "Riesen-Flieger". Vor allem China brauche viele A380, glaubt er.

15 Cent mehr Dividende

Den Airbus-Aktionären winkt eine deutlich höhere Dividende. Sie sollen 1,50 Euro je Aktie erhalten - 15 Cents mehr als im Vorjahr.

Die Anleger zeigen sich erfreut über die Airbus-Zahlen. Die im MDax gelisteten Aktien sausen um über neun Prozent in die Höhe. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Titel gut 30 Prozent zugelegt.

nb