Zentrale der Software AG in Darmstadt
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Schwaches Geschäft mit Internet der Dinge Software AG-Aktie unter Druck

Stand: 18.07.2018, 09:52 Uhr

Der Darmstädter Software-Konzern hat mit seinem Quartalsergebnis besser abgeschnitten als erwartet. Vor allem die Lizenzumsätze sprangen an. Nur das Geschäft mit dem "Internet der Dinge" enttäuschte. Die Aktien sacken ab.

Zwei Wochen vor seinem Abtritt als Vorstandschef hat es der 65-jährige Karl-Heinz Streibich nochmals den Skeptikern gezeigt: Die Software AG ist im zweiten Quartal wieder kräftig auf Touren gekommen und auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Vor allem der Verkauf von Lizenzen im Hauptgeschäft mit der Software für die Integration digitaler Prozesse zog deutlich an.

Trendwende beim Ergebnis

Nach dem Umsatz- und Gewinnrückgang zum Jahresauftakt konnten die Darmstädter im abgelaufenen Quartal das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) deutlich steigern. Es legte um neun Prozent auf 52,2 Millionen Euro an. Unter dem Strich erhöhte sich der Überschuss um fünf Prozent auf 42,2 Millionen Euro. Analysten zeigten sich überrascht. Sie hatten mit einem Gewinnrückgang gerechnet.

Den Umsatz konnte der zweitgrößte deutsche Software-Konzern (hinter SAP) im zweiten Quartal wie erwartet um vier Prozent auf 205,7 Millionen Euro erhöhen. Allerdings zehrte der im Vergleich zum Vorjahr stärkere Euro die Zuwächse auf.

Licht und Schatten

Mehrere Experten lobten die Zahlen in ihren ersten Einschätzungen. Die Lizenzumsätze seien angesprungen, was die negative Überraschung aus dem ersten Quartal wett mache, schrieb Baader-Bank-Analyst Knut Woller.

Andere Analysten fanden aber ein Haar in der Suppe: das schwache Geschäft mit der Vernetzung von Maschinen (Internet of Things). "Die digitale Wachstumsmaschine des Softwareunternehmens hat nicht geliefert", monierte Barclays-Experte Gerardus Vos. Auch Stacy Pollard von der US-Bank JPMorgan bemängelte das Wachstum im Bereich Internet der Dinge und bei Cloud-Angeboten, auch wenn die allgemeine Gewinnentwicklung bei dem Darmstädter Softwarekonzern positiv zu werten sei. "Das Wachstum im neuen Cloud & IoT-Segment war mit 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal nicht so stark wie erwartet", schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einer Studie

Aktien fallen zurück

Prompt wurden die Aktien der Software AG zu Handelsbeginn hart abgestraft. Sie fallen um über vier Prozent und sind Schlusslicht im TecDax. Vorbörslich hatten die TecDax-Titel noch über zwei Prozent zugelegt. Die Aktien haben seit Jahresbeginn rund 14 Prozent eingebüßt, während der TecDax um fast 13 Prozent zulegte.

Da half es auch nicht, dass das Unternehmen die Prognose für 2018 bestätigte. Demnach soll der Umsatz der größten Sparte - der digitalen Integrationssoftware (DBP) ohne die Bereiche Internet der Dinge (IoT) und Mietsoftware über das Internet (Cloud) - währungsbereinigt um drei bis sieben Prozent steigen. Dazu muss das Geschäft in diesem Bereich aber noch anziehen, denn trotz eines guten zweiten Quartals stagnierte es in den ersten sechs Monaten.

nb