Comdirect-Schriftzug an der Unternehmenszentrale in Quickborn

Gewinnrückgang Geschäftsausbau kostet Comdirect Millionen

Stand: 30.01.2019, 09:41 Uhr

Beim größten deutschen Onlinebroker flossen im letzten Jahr einige Investitionen, denn Wachstum stand ganz oben auf der Agenda. Doch das kostete die Comdirect viel Geld.

Die Onlinebank hat wegen ihres starken Geschäftsausbaus 2018 einen deutlichen Gewinnrückgang erlitten. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 50,4 Millionen Euro und damit fast 30 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen dennoch wie ein Jahr zuvor eine Dividende von 25 Cent je Aktie erhalten. Vor allem die Commerzbank profitiert davon, denn ihr gehören 82 Prozent der Comdirect.

Der Gewinn vor Steuern ging im fortgeführten Geschäft um ein Drittel auf 54,7 Millionen Euro zurück. Herausgerechnet ist hier die auf das Maklergeschäft spezialisierte Tochter Ebase, die bis spätestens Mitte 2019 an die FNZ Group verkauft werden soll. Die Comdirect erhofft sich von dem Verkauf einen Einmalertrag von mindestens 85 Millionen Euro vor Steuern.

Boni für Neukunden gingen ins Geld

Ihren Zins- und Provisionsüberschuss konnte die Bank im vergangenen Jahr merklich steigern. Dies lag vor allem daran, dass die Bank die Zahl ihrer Privatkunden um zehn Prozent auf 2,52 Millionen ausbaute. Die durch Boni angekurbelte Neukundengewinnung ging allerdings ins Geld. Der Verwaltungsaufwand stieg um 17 Prozent.

"Wir haben die Investitionen für Wachstum und Weiterentwicklung deutlich erhöht und trotzdem ein ordentliches Ergebnis erzielt", sagte Comdirect-Chef Arno Walter.

Comdirect-Chef Arno Walter

Comdirect-Chef Arno Walter. | Bildquelle: Unternehmen

Comdirect hat bei der Entwicklung neuer Produkte und Services vor allem eine mobile und digitale Gesellschaft im Fokus. Banking und Aktienhandel sollen bequem, schnell und einfach sein. Beispiele dafür sind die Angebote von Google Pay und Apple Pay, durch die Comdirect-Kunden seit dem Marktstart in Deutschland mit dem Smartphone bezahlen können.

Aktienhandel und Banking für digitale Gesellschaft

Walter verweist außerdem auf eine neue Funktion, die ab sofort in der iOS-Version der Comdirect App verfügbar ist: "Der Kauf einer Aktie funktioniert jetzt so einfach wie das Senden einer Nachricht über einen Messenger. Comdirect ist damit der erste Anbieter im deutschen Markt."

Die Anzahl der Trades bei Comdirect hat 2018 ein neues Rekordniveau erreicht. "Außerdem freuen wir uns über einen stetigen Zuwachs bei der Anzahl der Wertpapiersparpläne. Wir sehen, dass sich immer mehr Kunden aktiv um ihren Vermögensaufbau mit Wertpapieren kümmern", so der CEO.

mgo