Gerry-Weber-Store in Oberhausen

Erneute Umsatz- und Gewinnwarnung Gerry Weber aus der Mode

Stand: 14.06.2018, 09:23 Uhr

Der Modekonzern Gerry Weber kommt einfach nicht aus der Krise. Erneut haben die Westfalen einen Gewinneinbruch verkraften müssen und ihre Jahresprognose gesenkt. Die Aktie sackt ab.

Der Modetitel fällt zur Handelseröffnung um über fünf Prozent. Mit aktuell 6,24 Euro notiert die Aktie auf dem tiefsten Stand seit 2005. Auf Ein-Jahres-Sicht hat sich der Kurs nahezu halbiert.

Umsatz geht weiter zurück

Trotz des verschärften Sparprogramms steckt Gerry Weber weiter in der (Mode-)Flaute. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2017/18 (bis Ende April) schrumpfte der Umsatz  um über fünf Prozent auf 404,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 46,7 Prozent auf 3,2 Millionen Euro ein.

Wegen der schlechten Entwicklung in den ersten sechs Monaten kappte der Damenmodehersteller für das laufende Geschäftsjahr seine Jahresprognose. Beim Umsatz rechnet Gerry Weber nun nur noch mit einer Spanne von 830 bis 840 Millionen Euro. Bislang war das Unternehmen von 870 bis 890 Millionen Euro ausgegangen.

Bestenfalls ausgeglichenes Ergebnis 2017/18

Beim operativen Ergebnis wird bestenfalls noch mit einer schwarzen Null gerechnet. Die Prognose reicht von einem ausgeglichenen Ergebnis bis hin zu einem Verlust von bis zu zehn Millionen Euro. Bislang hatte Gerry Weber ein Plus von 10 bis 20 Millionen Euro angepeilt.

Einer der Gründe für die schlechteren Aussichten sei ein bereits vor Monaten angekündigter und nun beschlossener Konzernumbau. Dieser werde im laufenden Geschäftsjahr bislang nicht einkalkulierte Sonderbelastungen von 15 Millionen Euro mit sich bringen, warnte Gerry Weber am Mittwochabend nach Xetra-Schluss. Zudem würden Umsätze ins kommende Geschäftsjahr verschoben. Auch operativ läuft es für Gerry Weber nicht rund: Das Retail-Segment bleibe leicht hinter den Erwartungen zurück.

Neue Millionen-Einsparungen geplant

Trotz der schlechten Zahlen gibt sich das ehemalige SDax-Unternehmen optimistisch. In den kommenden drei bis fünf Jahren rechnet Gerry Weber mit deutlichen Umsatzsteigerungen, mit Kostensenkungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich sowie mit Gewinnzuwächsen. Unter anderem sind Einsparungen in Höhe von 13 bis 15 Millionen Euro in der Produktentwicklung, der Beschaffung, der Logistik und im Verwaltungsbereich geplant. In den kommenden zwei Jahren sollen demnach 140 bis 150 Vollzeitstellen in der Zentrale und in der Logistik abgebaut werden. Die Mitarbeiterzahl ist bis Ende April binnen eines Jahres um 343 auf 6595 reduziert worden.

Der Modehersteller aus Halle in Westfalen leidet unter der Internet- und Billig-Konkurrenz. Vor allem jüngere Kundinnen wandern zu anderen Modemarken ab. Gerry Weber reagierte darauf mit drastischen Kostensenkungen, Schließung von Läden und einer Modernisierung der Marken.

nb

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Inditex
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