Gerry Weber-Unternehmenssitz in Halle

Nach langem Niedergang Gerry Weber ist insolvent

Stand: 25.01.2019, 14:15 Uhr

Der Aktienkurs von Gerry Weber kennt seit Jahren praktisch nur eine Richtung - nach unten. Nun hat das Unternehmen Insolvenz beantragt.

Im Zuge eines so genannten "vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens" will sich die Gerry Weber International AG selbst, also ohne direkten Insolvenzverwalter, sanieren. Für die Tochtergesellschaften wie Hallhuber wurden keine Anträge gestellt.

"Im Rahmen der vorläufigen Eigenverwaltung würde der Geschäftsbetrieb der Gerry Weber International AG in vollem Umfang fortgeführt werden", teilte das Unternehmen aus Halle in Westfalen mit. Nach derzeitigem Stand sei die Finanzierung des Geschäftsbetriebs bis ins Jahr 2020 gesichert. Der Vorstand bliebe mit sämtlichen Befugnissen und Pflichten im Amt und stelle den Geschäftsbetrieb sicher.

Zuvor waren die Gespräche mit den finanzierenden Banken gescheitert, so Gerry Weber. Das Unternehmen mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die schlechten Nachrichten aus dem westfälischen Unternehmen gehäuft. Zuletzt hatte das Unternehmen Mitte Januar seine Gewinnprognose nach unten korrigieren müssen. Dadurch stieg der erwartete Vorsteuerverlust für das Geschäftsjahr 2017/18 auf über 192 Millionen Euro.

Kurz vor der Bekanntgabe war die früher im SDax notierte Aktie bereits um 23 Prozent auf 1,33 Euro eingebrochen.

ME