Gerry-Weber-Store in Oberhausen

Sanierungsgutachten wird erstellt Gerry Weber stürzt ab

Stand: 24.09.2018, 09:17 Uhr

Dass es beim Modekonzern Gerry Weber nicht rund läuft, ist nicht neu. Aber offensichtlich steckt das Traditionsunternehmen tiefer im Schlamassel als gedacht. Die Anleger sind entsetzt.

Die Aktie bricht am Morgen um bis zu 20 Prozent ein und fällt bei 3,30 Euro auf ein 14-Jahrestief. Noch im Frühjahr waren die Papiere mehr als doppelt soviel wert wie heute. Erst im März war der Titel aus dem Kleinwerteindex SDax gefallen, seitdem wird er im Regulierten Markt der Börsen Frankfurt und Düsseldorf gehandelt.

Am Freitagabend hatte der Damenmode-Hersteller aus dem westfälischen Halle bekannt gegeben, ein Sanierungsgutachten zur Unterstützung des derzeit laufenden umfassenden Umbaus in Auftrag gegeben zu haben - ein weiteres Warnzeichen auch dem langen Weg des Niedergangs. Das Gutachten gemäß dem sogenannten S6-Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer soll bis Mitte Oktober vorliegen. Erst danach sollen weitere Informationen bekannt gegeben werden.

Weniger Kunden wegen heißem Sommer

Gerry Weber hatte erst Mitte des Monats enttäuschende Neun-Monats-Zahlen vorgelegt und das Erreichen der Jahresziele in Frage gestellt. Der im Umbau befindliche Konzern bekam zu spüren, dass die Kunden auch wegen des heißen Sommers weniger für Mode ausgaben, zudem setzt der Onlineboom dem stationären Handel schwer zu. Der Umsatz ging spürbar zurück, der Verlust unter dem Strich verdoppelte sich. Auch die weiteren Aussichten wertete das Unternehmen pessimistischer.

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