Gerresheimer-Laborgläser
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Reißt das Weihnachtsquartal alles rum? Gerresheimer warnt und hofft

Stand: 11.10.2017, 13:29 Uhr

Umsatz und Gewinn schwinden bei Gerresheimer. Wichtige Kunden aus den USA sind zurückhaltend wegen des Streits um die Gesundheitsreform. Der Verpackungshersteller setzt nun ein Fragezeichen hinter seine Jahresziele - und hofft auf ein besseres viertes Quartal.

Das Ziel eines währungsbereinigten Konzernumsatzes von rund 1,4 (Vorjahr: 1,375) Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 sei "aus derzeitiger Sicht eher schwer zu realisieren", räumte Gerresheimer am Mittwoch bei Präsentation seiner Geschäftszahlen zum dritten Quartal ein. Auch das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) könnte um etwa zehn Millionen Euro geringer ausfallen als die eigentlich in Aussicht gestellten rund 320 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Gerresheimer hier 308 Millionen Euro erreicht.

Zwar erwarte man ein gutes viertes Quartal, beschwichtigt Gerresheimer.Temporäre Schwankungen im Jahresverlauf seien üblich und im Wesentlichen durch die Abrechnung von größeren Kundenprojekten bedingt. Hier erwarte man eine deutliche Steigerung im Schlussquartal. Dennoch sei das Umsatzjahresziel "aus derzeitiger Sicht eher schwer zu realisieren".

Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz stärker als von Analysten erwartet um mehr als fünf Prozent auf 331,5 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis sank um über vier Prozent auf 77,6 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Umsatz von 339 Millionen Euro gerechnet. Gerresheimer führte die Umsatzrückgänge auf eine geringere Nachfrage von Pharmakunden sowie rückläufige Geschäfte in Nordamerika zurück.

Gerresheimer-Aktie erholt sich

Der Gerresheimer-Aktie schaden die schlechten Nachrichten nicht. Der Kurs steigt sogar um mehr als zwei Prozent und der Wert ist damit einer der besten im MDax. Die US-Bank JPMorgan sprach zwar auch verfehlten Erwartungen. Die Aktie habe sich allerdings in diesem Jahr bereits schlechter entwickelt als der Stoxx-600-Branchenindex. Die Ziele von Gerresheimer für 2018 implizierten nun eine relativ starke Umsatzerholung. Gewönnen die Investoren wieder Vertrauen, dürfte dies dann auch in der Bewertung zum Ausdruck kommen.

bs