Spieler und Fans nach dem Sieg gegen Bayern München am 11.11.2018

Borussia Dortmund als "starke Lokomotive der Liga" Geringere Transfereinnahmen senken BVB-Gewinn

Stand: 13.08.2019, 14:39 Uhr

Nach Rekorden im Vorjahr hat Borussia Dortmund das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rückgang bei Gewinn und Umsatz beendet. Bereinigt um Transfers sind die Erlöse jedoch weiter geklettert. Für die neue Saison sieht sich BVB-Boss Watzke gewappnet.

BVB-Spieler Pierre-Emerick Aubameyang beim Spiel gegen FC Augsburg

Der ehemalige BVB-Spieler Pierre-Emerick Aubameyang wurde für viel Geld verkauft. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Im Vorjahr war noch der Umsatzsprung über die 500-Millionen-Schallmauer geglückt, der börsennotierte Fußball-Bundesligist hatte einen Rekordumsatz von 536 Millionen Euro erzielt. 222,7 Millionen und damit satte 41 Prozent der Erlöse kamen dabei allein aus Spielerverkäufen. Besonders die Wechsel von Ousmane Dembélé (für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona) sowie Pierre-Emerick Aubameyang (für 63,75 Millionen Euro zum FC Arsenal) nach Spanien und England hatten beim BVB die Kassen klingeln lassen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 sind die Zahlen wie erwartet niedriger ausgefallen. Das war nicht anders zu erwarten, so hatten die BVB-Verantwortlichen bereits bei der Bilanzpressekonferenz im August 2018 darauf hingewiesen, dass der Höhenflug besonders durch die Transfergeschäfte zustande gekommen war.

Umsatz und Gewinn geschrumpft

Nun lagen die Einnahmen aus Verkäufen satte 100 Millionen Euro unter denen der vorigen Saison. Im jetzt abgeschlossenen Bilanzzeitraum mit dem Stichtag 30. Juni fiel zum Beispiel der Transfer von US-Nationalspieler Christian Pulisic für 64 Millionen Euro an den FC Chelsea oder des Griechen Sokratis an den FC Arsenal.

So fiel der Umsatz mit knapp 490 Millionen rund neun Prozent geringer aus und auch der Gewinn nach Steuern sackte im Vorjahresvergleich um 14,3 Prozent auf 17,4 Millionen Euro ab, wie die Dortmunder am Dienstag mitteilten. Die Aktionäre sollen aber weiterhin eine Dividende von 0,06 Euro je Aktie erhalten.

Transferbereinigt neues Rekordjahr

Ohne Berücksichtigung der Transfers erzielte Borussia Dortmund jedoch einen neuen Umsatzrekord. "Bereinigt um die Transfers ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2018/2019 um 18 Prozent auf 370 Millionen Euro gewachsen", zeigte sich Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zufrieden. Der Verein präsentiere sich zusammen mit dem FC Bayern München als starke Lokomotive der Liga.

Die Anleger sehen das offenbar anders. Die im S-Dax notierte BVB-Aktie verlor am Nachmittag etwa drei Prozent an Wert. Anfang August war sie nach dem Supercup-Sieg gegen den Konkurrenten FC Bayern noch sehr gefragt. Auf ein Jahressicht hat das Papier um fast 60 Prozent zugelegt.

BVB-Trainer Lucien Favre

BVB-Trainer Lucien Favre. | Bildquelle: picture alliance/Kirchner

Kein Wunder, so war der Verein in der vergangenen Saison in der Fußball-Bundesliga nur knapp an der Meisterschale vorbeigeschrammt. Und auch für die neue Spielzeit sieht Watzke die Mannschaft um Trainer Lucien Favre gut aufgestellt: "Wir haben unseren Kader auf eine für uns akzeptable Größe reduziert. Wir nähern uns immer mehr der Wunschgröße unseres Kaders an", so der BVB-Boss. Sie seien zuversichtlich, ihre Saisonziele zu erreichen.

Mehr Prämien für die Spieler

Dank des letztjährigen Zweikampfes um den Titel mit dem FC Bayern und des Erreichens des Achtelfinales in der Champions-League stoppte Borussia Dortmund den Einbruch beim Verkauf von Fanartikeln. Beim Merchandising waren die Erlöse im Vorjahr um mehr als 25 Prozent geschrumpft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es mit 29,9 Millionen Euro ein geringes Plus. Mit einer Steigerung von 45,1 Millionen gab es zudem mehr Geld aus Fernsehrechten (167,3 Millionen Euro) - dem sportlichen Erfolg sei Dank.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke freut sich

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke . | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Etat für den Bereich der Lizenzspieler liegt bei rund 145 Millionen Euro. Watzke wollte sich bei dieser Zahl noch nicht abschließend festlegend. Noch seien nicht alle Berechnungen abgeschlossen. Im Vorjahr lag dieser Wert von bei 130 Millionen Euro. "Wir haben in der Bundesliga deutlich mehr Punkte geholt und in der Champions-League das Achtelfinale erreicht, das bedeutet automatisch ein Plus bei den Prämieren für die Spieler", erklärte Watzke die höheren Kosten für die Lizenzspieler.

Langfristiges Umsatzziel von 500 Millionen Euro

Mit Blick auf die neue Saison sprach Watzke bislang von einer ausgeglichenen Transferbilanz. Mit 130 Millionen Euro habe der Verein ungefähr so viel ausgegeben wie eingenommen. In dieser Rechnung sei aber der Transfer von Pulisic im vergangenen Winter bereits enthalten.

Das Geschäftsjahr 2018/19 endete beim BVB am 30. Juni. An seinem 2018 ausgegebenen langfristigen Umsatzziel von 500 Millionen Euro hielt Watzke fest. Bis 2025 will der Fußball-Manager diese Marke - ohne Transfererlöse - erreichen.

Auch international will Borussia Dortmund mehr in den Fokus rücken. "Ich glaube, dass wir es richtig angehen, wenn wir weiterhin konsequent den deutschen Markt vor uns sehen, aber natürlich auch den internationalen Markt und speziell Asien und Amerika bearbeiten", sagte Dortmunds Geschäftsführer. Die jüngste USA-Reise sei daher nicht nur sportlich, sondern auch in Gänze ein Erfolg gewesen.

tb