Veolia

Minister will "gütliche" Einigung Gerangel um Suez ruft Politik auf den Plan

Stand: 06.10.2020, 13:57 Uhr

Die beiden französischen Versorger ringen weiter um einen möglichen Zusammenschluss. Suez sträubt sich weiter gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Veolia. Nun tritt ein "Schlichter" auf den Plan.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat sich in den Übernahmekampf um den Wasser- und Abfallkonzern Suez eingeschaltet. Suez und Veolia müssten alles dafür tun, dass es zu einer "freundlichen" Übernahme kommt, sagte der Minister am Dienstag dem Radiosender Franceinfo.

Ein Zusammenschluss der beiden Rivalen ohne eine solche Vereinbarung werde nicht funktionieren. Daher müssten so bald wie mögliche Verhandlungen aufgenommen werden.

Als "feindlich zur Kenntnis" genommen

Die Fronten zwischen den Konzernen und ihrem Management scheinen allerdings weiter verhärtet. Suez hatte zuvor angekündigt, alles gegen eine Übernahme durch den Rivalen zu unternehmen. "Suez nimmt den Kauf von 29,9 Prozent seines Kapitals durch Veolia als feindlich und unter beispiellosen und regelwidrigen Bedingungen zur Kenntnis", teilte man mit. Das Unternehmen werde alles tun, um die Interessen seiner Aktionäre und Kunden zu schützen und eine "schleichende Übernahme" zu vermeiden.

Suez wehrt sich seit Monaten gegen die Übernahmeversuche des Wettbewerbers und hatte bei der Investmentfirma Ardian darum geworben, als weißer Ritter ein Gegenangebot zu machen. Ardian winkte am Montag allerdings ab und erklärte, sich dagegen entschieden zu haben.

"Super-Weltmeister" in der Abfall- und Wasserwirtschaft

Veolia hatte im Sommer dem französischen Energieunternehmen Engie angeboten, dessen Anteil von 29,9 Prozent an Suez zu kaufen. Engie willigte nun in den Verkauf ein und machte damit den Weg zur Übernahme von Suez frei. Veolia kündigte postwendend ein rund elf Milliarden Euro schweres freiwilliges Übernahmeangebot für Suez an, bekräftigte aber, man wolle zuerst grünes Licht von der Führung des Rivalen dafür bekommen. Veolia argumentierte, der Deal werde einen "Super-Weltmeister" in der Abfall- und Wasserwirtschaft schaffen, der besser gerüstet sei, um es mit Rivalen aus China aufzunehmen. Zudem werde die Übernahme ab dem ersten Jahr zu Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro führen. Mit der Übernahme wären große Teile der Wasserversorgung in Frankreich in einer Hand.

Die Aktien von Suez profitieren weiterhin von der Offerte. Mit 16 Euro im Frankfurter Handel notiert der Titel fast doppelt so hoch wie im Corona-Tief im März. Auch am Dienstag wurde die versuchte Schlichtung durch den Finanzminister mit Aufschlägen von rund vier Prozent quittiert.

AB/rtr