General Motors-Firmenschild

Autonome Taxis schon 2019 General Motors holt mächtig auf

Stand: 01.12.2017, 09:19 Uhr

Geht es um Autonomes Fahren, geht der Blick meist in Richtung von Techriesen wie Apple oder Google. Autodino General Motors gilt da eher als "Old Economy" - aber das könnte ein Fehler sein. Denn bei GM tut sich sehr viel derzeit.

So drückt der Detroiter Autoriese beim Thema selbstfahrende Autos derzeit gewaltig auf die Tube. Der Konzern will bereits im Jahr 2019 selbstfahrende Taxis auf die Straße bringen. Ein ehrgeiziges Ziel und ein Zeitplan, der Maßstäbe setzt. Zudem ein deutliches Signal an die Konkurrenz aus dem Silicon Valley, das GM bei Forschung und Entwicklung schon weit vorgearbeitet hat. Der Zeitplan basiere allerdings auf den aktuellen Fortschritten der Technologie, schränkte das Unternehmen auf einer Veranstaltung am Donnerstag ein.

Von Start-ups und Roboterwagen

Im Vorjahr hatte der Konzern bereits das Start-up-Unternehmen Cruise Automation gekauft und aktuell werden bereits selbstfahrende Autos in San Francisco getestet. Eine äußerst dynamische Entwicklung, denn von den ursprünglich 40 Mitarbeitern die GM übernommen hatte ist die Belegschaft von Cruise Automation derzeit schon bei 400 Mitarbeitern angekommen.

Ein GM-Auto mit Technologie von Cruise Automation

GM autonomes Fahren . | Bildquelle: Cruise Automation

Überhaupt fackelt der Konzern nicht lange, wenn es um die digitale Zukunft geht. Im Sommer wurde schon das 15-Mann-Unternehmen Strobe gekauft, das sich auf Laser-Radare spezialisiert hat. Ohne diese Technologie ist das Autonome Fahren nicht möglich, jetzt hat man diese im eigenen Haus. Experten zeigen sich beeindruckt und sehen GM in der Entwicklung schon ganz vorne. Zudem wird der Konzern für Tech-Talente zunehmend interessanter. Ein weiterer Engpass, den GM mit der derzeitigen Strategie zumindest entschärfen dürfte.

Taxi-Markt ein Milliardenmarkt

Glänzende Augen bekommt GM-Finanzvorstand Chuck Stevens, wenn er über Roboter-Taxis spricht. Er erwartet ein Volumen von mehreren 100 Milliarden Dollar und dies bei Gewinnspannen von 20 bis 30 Prozent. Das ist eine Profitabilität, von der klassische Autobauer derzeit nur träumen können.

GM scheint zudem gute Karten zu haben, denn von der Konkurrenten kommt derzeit wenig Gutes. So beharken sich Uber und die Google-Tochter Waymo vor Gericht, natürlich geht es um den Vorwurf des Technoilogiediebstahls. Und auch von Apple hat man lange nichts mehr gehört.

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Zurück in die Gegenwart

Allen Zukunftsvisionen zum Trotz muss sich General Motors derzeit mit der Forderung des Opel-Käufers Peugeot-Citroen (PSA Group) beschäftigen, der nach Insiderinformationen die Hälfte des Kaufpreises für die langjährige deutsche Tochter zurück verlangt. Auch keine Kleinigkeit, GM hatte immerhin 1,3 Milliarden Euro für den defizitären Rüsselsheimer Autobauer erhalten. Die Franzosen werfen GM falsche Angaben über die CO2-Emissionen der Opel-Flotte vor. So können Opel-Fahrzeuge angeblich die strengen europäischen Grenzwerte nicht erfüllen, so dass Strafzahlungen drohen. GM hat sich bisher nicht offiziell geäußert.

Aktie unter Druck

An der Börse sorgt dies für Besorgnis. GM-Papiere verloren am Donnerstag an der Nyse 1,62 Prozent auf 43,09 Dollar und waren auch schon am Mittwoch schwächer aus dem Handel gegangen. Auch das im französischen Auswahlindex CAC 40 enthaltene Peugeot-Papier hat seit Anfang November deutlich Federn gelassen. Stand die Aktie noch am Monatsanfang bei fast 21 Euro, notiert sie aktuell nur noch bei 17,37 Euro. Am Donnerstag gelang allerdings mit einem Zuwachs von knapp einem halben Prozent an der Pariser Börse eine zarte Gegenbewegung.

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Google Car

Google Car
Im Mai 2014 sorgte der Internet-Riese mit seinem futuristischen kugelrunden "Google Car" für Furore. Das Roboter-Auto kommt ganz ohne Lenkrad aus. 100 Fahrzeuge des Prototyps wurden gebaut und in den USA getestet. Wann und ob das Roboter-Auto von Google in den Handel kommt, ist noch unklar. "Apple und Google wollen nicht Autobauer werden, sondern sie sehen die Möglichkeit, Dienste in Fahrzeugen anzubieten", sagte dazu jüngst Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn.

Google wolle verstärkt Kooperationen mit Autoherstellern bei traditionelleren Fahrzeugen eingehen, schrieb der Silicon-Valley-Branchendienst "The Information".

rm