General Motors-Firmenschild

Hohe Sonderbelastungen General Motors: Es war nicht nur der Streik

Stand: 05.02.2020, 15:34 Uhr

Während der E-Autobauer Tesla erste Gewinne vermeldet, ist der größte US-Autobauer GM im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht - vor allem wegen einem langen Streik. Doch der Konzern hat auch andere Schwächen.

GM bezifferte den Gewinn vor Steuern und Restrukturierungsaufwand für das vierte Quartal auf gerade einmal fünf Cent je Aktie. Damit schnitt GM kaum besser als erwartet ab. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Cent je Aktie gerechnet. Vor Jahresfrist hatte der Vorsteuergewinn bei 1,43 Dollar je Aktie gelegen.

Die Bilanz wurde durch den Streik der Automobilgewerkschaft UAW belastet, der GM im vierten Quartal 2,6 Milliarden Dollar kostete. 191.000 Wagen hätten wegen dem streikbedingten Produktionsstopp nicht gebaut werden können. Einschließlich der Kosten für die laufende Restrukturierung fuhr der Konzern im Zeitraum Oktober bis Dezember einen Nettoverlust von 194 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie ein.

Schwaches Gesamtjahr

Der Umsatz sackte um fast ein Fünftel auf 30,8 Milliarden Dollar ab. Für das laufende Jahr stellte das Management um Konzernchefin Mary Barra einen Gewinn in einer Spanne zwischen 5,75 Dollar und 6,25 Dollar je Aktie in Aussicht. Analysten erwarten auf vergleichbarer Basis 6,23 Dollar je Aktie.

Der Streik hatte auch Auswirkungen auf das Gesamtjahr. So sanken die Erlöse 2019 um sieben Prozent auf 137,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach um 17 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar ein. Allein das Vorsteuerergebnis wurde durch den Streik im Gesamtjahr um 3,6 Milliarden Dollar belastet.

Absatzschwäche in China

Doch der Streik war nicht das einzige Problem. GM leidet weiter unter Absatzschwäche im wichtigen Auslandsmarkt China, was das internationale Geschäft stark belastet. Auch für 2020 gab GM einen vergleichsweise verhaltenen Geschäftsausblick ab.

Gleichzeitig bekräftigte Vorstandschefin Mary Barra die Entscheidung des Konzerns 2,2 Milliarden Dollar in die Produktion neuer E-Autos zu investieren. Dazu gehört auch der jüngst vorgestellte GMC Hummer.

300 Millionen Dollar steckt der Konzern in eine neue Fabrik in Michigan, wo ein Elektromodell der Marke Chevrolet hergestellt werden soll.

lg