Gasturbine von General Electric

Großes Finanzpolster durch Verkauf General Electric im Corona-Sog

Stand: 29.04.2020, 14:01 Uhr

Der US-Mischkonzern General Electric hat im ersten Quartal die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Durch den Verkauf der Tochter BioPharma kann GE aber auf ein großes Finanzpolster zurückgreifen.

Der Umsatz sank im ersten Quartal um rund acht Prozent auf 20,5 Milliarden US-Dollar. Die Auftragseingänge sanken um fünf Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis der Industriegeschäfte wurde mit knapp 1,1 Milliarden Dollar fast halbiert. Hier waren vor allem die Rückgänge im Luftfahrtgeschäft verantwortlich. Aber auch das Energiegeschäft sowie die Windanlagen-Sparte mussten Einbußen hinnehmen und schrieben Verluste. Einzig das Medizintechnikgeschäft profitierte von der Covid-19-Krise und verbuchte höhere Ergebnisse.

Gewinn steigt deutlich

Der Nettogewinn des Siemens-Konkurrenten ist im ersten Quartal ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: Von 3,5 Milliarden Dollar auf 6,2 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür war der Verkaufserlös von BioPharma. Dieses Unternehmen hatte GE für 20 Milliarden Dollar verkauft. Das Ergebnis je Aktie betrug nur noch 0,05 Dollar, verglichen mit 0,13 Dollar im Vorjahr.

Großes Liquiditätspolster

Durch den Verkauf von BioPharma verfügt GE nun über ein dickes Finanzpolster. Der Konzern erklärte am Mittwoch in Boston, dass er über liquide Mittel in Höhe von 47,3 Milliarden Dollar verfüge.

Trüber Blick in die Zukunft

Einen Ausblick gab General Electric nicht. Zu groß seien die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Das derzeit laufende zweite Quartal werde sich jedoch im Vergleich zum Vorquartal nochmals verschlechtern, schätzt der GE-Vorstand.

Aktie vorbörslich im Minus

Im vorbörslichen Handel gab die GE-Aktie an der New Yorker Börse zeitweise um bis zu drei Prozent nach. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte der Titel am frühen Nachmittag sogar rund sieben Prozent im Minus. Während sich der Kurs 2019 einigermaßen stabilisieren konnte, ist er nun wieder stark gefallen. Derzeit notiert die Aktie sogar unter dem Niveau, das sie während der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 hatte.

ms/dpa-AFX