Pfizer Deutschlandzentrale am Potsdamer Platz in Berlin

Eine Prognose rauf, die andere runter Gemischte Gefühle bei Pfizer

Stand: 31.07.2018, 14:25 Uhr

Mit einem Gewinnsprung macht der vor einer gravierenden Neustrukturierung stehende US-Pharmakonzern Pfizer die Investoren auf sich aufmerksam. Allerdings lehrt der starke Dollar den Konzern das Fürchten.

Die Zahlen zum zweiten Quartal übertreffen zwar die Prognosen der Fachleute. Pfizers Umsatz stieg um vier Prozent auf knapp 13,5 Milliarden Dollar. Der Überschuss legte sogar um mehr als ein Viertel auf knapp 3,9 Milliarden Dollar zu. Treiber seien einige Kernprodukte gewesen, darunter die Medikamente Prevnar und Xeljanz. Auch die Geschäfte mit biopharmazeutisch hergestellten Nachahmerprodukten und in den Schwellenländern seien gut gelaufen, sagte Konzernchef Ian Read.

Dollarstärke wirkt sich wohl aus  

Die gute Performance macht das Management zumindest teilweise mutiger. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) hebt Pfizer die Prognose auf 2,95 bis 3,05 Dollar an. Zuvor hatte die Spanne bei 2,90 bis 3,00 Dollar gelegen. Bei der Umsatzprognose geht es aber in die andere Richtung. Das Management erwartet jetzt Jahreserlöse im Bereich zwischen 53 bis 55 Milliarden Dollar. Grund dafür ist der steigende Dollar.

Das gefällt den Anlegern natürlich weniger. Vorbörslich gibt die Aktie etwas nach. Seit Jahresbeginn hat sie sich mit einem Aufschlag von mehr als sechs Prozent etwas besser geschlagen als der S&P 500.

Pfizer wird umgestaltet

Pfizer-Chef Ian Read

Pfizer-Chef Ian Read. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Erst vor wenigen Wochen hatte der Pfizer die Neustrukturierung des Konzerns bekanntgegeben. Das Unternehmen wird künftig aus drei Teilen bestehen. Die Consumer Healthcare genannte Sparte wird weitgehend eigenständig agieren. Pfizer möchte diesen Bereich schon seit längerem verkaufen, bislang erfolglos. 

In der Sparte Innovative Medicines fasst Pfizer patentgeschützte Medikamente, biotechnologisch hergestellte Präparate und den neu geschaffenen Geschäftsbereich mit Krankenhäusern zusammen. In die Division Established Medicines werden Mittel, deren Patentschutz abgelaufen ist, und Nachahmermedikamente eingebracht. Wirksam werden die Änderungen im nächsten Geschäftsjahr.

ts

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