Razzia bei der Deutschen Bank
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Durchsuchungen dauern an Geldwäsche-Razzia bei Deutscher Bank: Aktie fällt auf Rekordtief

Stand: 30.11.2018, 13:08 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt setzt ihre Razzia bei der Deutschen Bank am Freitag fort. Wegen des "Umfangs des Materials" konnten die Durchsuchungen  am Donnerstag nicht abgeschlossen werden. Die Aktie rutscht auf den tiefsten Stand in ihrer Geschichte.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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8,02 Euro zahlen Anleger heute im Tief für die Aktie der Deutschen Bank - so billig waren Papiere der Deutschen Bank in ihrer Geschichte noch nie zu haben, ein Verlust zum Vortag um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn gerechnet liegt das Minus nun auf fast 50 Prozent. Kein anderer Dax-Wert ist stärker gefallen.

Das Geldhaus steht unter dem Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit den so genannten "Panama Papers". Bereits am Donnerstag hatten rund 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei Gebäude in Frankfurt und Umgebung durchsucht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen zwei 50- bzw. 46 Jahre alte Mitarbeiter sowie "andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche" des Instituts. Ihnen werde vorgeworfen, pflichtwidrig keine Geldwäscheverdachtsanzeige erstattet zu haben, obwohl seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten.

Panama Papers gaben den Anstoß

Ins Visier der Ermittler gerieten die Deutsche-Bank-Mitarbeiter nach Auswertung der Daten der sogenannten Offshore-Leaks und Panama Papers durch das BKA. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" steht die Razzia bei der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Gesellschaft "Regula Limited" mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln.

Die Firma wurde - so legen es die "Panama Papers" nahe - unter anderem benutzt, um Briefkastenfirmen von Kunden der Deutschen Bank zu verwalten. Die Gesellschaft war auch als Direktor anderer Briefkastenfirmen eingesetzt.

ag