Credit Suisse

Altlasten Geldwäsche: Credit Suisse wird gerügt

Stand: 17.09.2018, 07:58 Uhr

Credit Suisse hat sich eine Rüge der Eidgenössischen Finanzverwaltung wegen ihres Umgangs mit der Geldwäsche-Bekämpfung eingefangen. Unterdessen erklärt Vorstandschef Tidjane Thiam den Umbau der Bank für abgeschlossen.

„Für die Zukunft heißt unser Ziel 'Business as usual“, sagte der 56-jährige ivorisch-französische Manager Thiam in einem Gespräch mit der „NZZ am Sonntag“. „Wir haben in drei Jahren Tag und Nacht gearbeitet, um enorme Altlasten aus der früheren Zeit zu eliminieren.“ Die Bank strebe in den nächsten zwei Jahren einen Jahresgewinn von 5 bis 6 Milliarden Franken (rund 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro) an, sagte er weiter.  

Altlasten aus der Finanzkrise

Vor allem das Geschäft mit den Superreichen in Asien will die Bank weiter forcieren. Thiam erwartet für 2018, dass die Gewinne der Bank „etwas tiefer“ ausfallen würden, da sie immer noch mit hohen Finanzierungskosten zu kämpfen habe. "Diese sind zurückzuführen auf unsere Kapitalaufnahme während der Finanzkrise", so Thiam.

Tidjane Thiam, CEO, Credit Suisse

Tidjane Thiam. | Bildquelle: Unternehmen

„Wir haben vor kurzem bekanntgegeben, dass wir diese teuren Anleihen im Oktober 2018 zurückzahlen werden.“ Dies werde 700 Millionen Franken zum Gewinn im Jahr 2019 beitragen. Die Beseitigung dieser Altlasten werde auch im laufenden Geschäftsjahr zu Verlusten von rund 1,4 Milliarden Franken führen. Im nächsten Jahr werde dies reduziert, was sich positiv auf das Ergebnis auswirken werde.

Sonstige Altlasten

Aber mit einigen Altlasten hat die Schweizer Großbank offenbar noch zu kämpfen. Die Eidgenössische Finanzverwaltung (Finma) stellte in zwei sogenannten Enforcementverfahren Mängel bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten im Bereich der Geldwäsche-Bekämpfung fest. Sie verfügt Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des Handlungsplans im Bereich Geldwäscherei und zur beschleunigten Umsetzung der von der Bank ergriffenen Schritte, wie die Behörde mitteilte. Zudem wurde ein unabhängiger Beauftragter eingesetzt, der die Umsetzung und die Wirkung dieser Maßnahmen überprüfen wird.

Die Credit Suisse teilte mit, dass die untersuchten Fälle aus den Jahren 2006 bis 2014 stammten. "Wir werden bei der Umsetzung der anstehenden Änderungen und zusätzlicher Maßnahmen weiterhin eng mit der Finma zusammenarbeiten", erklärte die Bank.