Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co.

Milliarden für die Aktionäre Geldmaschine JPMorgan

Stand: 16.07.2019, 13:45 Uhr

Das US-Bankhaus verdient viele Milliarden in jedem Quartal - und weiß kaum noch, wohin mit seinen Finanzmitteln. Über ein gigantisches Dividenden- und Aktienrückkaufprogramm werden die Dollars nun an die Anleger ausgeschüttet.

Rund 40 Milliarden Dollar bewegt das US-Bankhaus in den kommenden Monaten direkt und indirekt in Richtung der Aktionäre, die größte Ausschüttungsaktion in der Geschichte von JPMorgan. Diese Summe lässt die zweitgrößte Geldtransaktion im US-Bankensektor deutlich hinter sich: Wells Fargo hatte im vergangenen Jahr rund 32 Milliarden Dollar ausgeschüttet.

Dividende und Aktienrückkäufe

Möglich gemacht hat die große Geldaktion das Bestehen des US-Bankenstresstests im Frühjahr, der dem Institut eine gute Kapitaldecke attestiert hatte. Nun erhöht JPMorgan ab dem dritten Quartal 2019 einerseits seine Quartalsdividende von 80 auf 90 Cents je Aktie. Zusätzlich werden über ein Aktienrückkaufprogramm 29,4 Milliarden Dollar an eigenen Papieren erworben. Eine Maßnahme, die den Kurs der JPMorgan-Aktie nach oben hieven dürfte und damit den Anteilseignern indirekt zugute kommt.

Ohnehin hat der Aktienkurs des Bankenriesen in den vergangenen Monaten wieder den Weg nach oben gefunden. Seit Jahresbeginn hat er an der New Yorker Börse um rund 15 Prozent zugelegt. Zum Vergleich, mit den deutschen Bankaktien der Deutschen Bank und der Commerzbank ging es im gleichen Zeitraum im selben Maße weiter abwärts.

US-Banken hängen Europäer ab

Die US-Bankenriesen sind den deutschen, aber auch den meisten europäischen Instituten in Sachen Profitabilität in den vergangenen Jahren seit der Hypotheken- und Wirtschaftskrise ohnehin weit enteilt. Während die Banken auf dem "alten" Kontinent sich vielfach überhaupt freuen, Gewinne zu erzielen, scheffeln Citigroup, die Bank of America, Goldman Sachs oder eben JPMorgan Milliardengewinne, Quartal für Quartal. Nach einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY verbesserten die zehn größten europäischen Banken ihren Gewinn 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf insgesamt 52 Milliarden Euro. Die Institute jenseits des Atlantiks zogen mit einem Plus von 88 Prozent auf umgerechnet 138 Milliarden Euro davon.

Das zeigt auch die gerade laufende Berichtssaison zum zweiten Quartal 2019. JPMorgan hat am Dienstagnachmittag einen Reingewinn von fast zehn Milliarden Dollar für diesen Berichtszeitraum ausgewiesen.

Besser aus der Krise gekommen

Die Geldinstitute in Europa leiden weiterhin unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und müssen teilweise sogar Strafzinsen auf Einlagen zahlen, so EY. Auch die schwächelnde Konjunktur in Euroland bremst. Dazu kommen vielfach Altlasten aus der Hypothekenkrise. Die US-Regierung hatte den Banken nach der Finanzkrise 2007/2008 zwangsweise Staatsgeld verordnet - und sorgte auch damit dafür, dass sich die dortige Finanzbranche deutlich schneller erholte. In den vergangenen Jahren profitierte die Branche außerdem von Sondereffekten der US-Steuerreform. Zugleich sorgten steigende Zinsen für höhere Zinseinnahmen.

AB