Banken

JPMorgan-Gebäude in New York

US-Großbank gibt sich keine Blöße Geldmaschine JPMorgan

Stand: 14.10.2015, 09:07 Uhr

Viele Stellschrauben müssen bewegt werden, um bei Banken zum Ergebnis zu kommen. Die US-Großbank JPMorgan Chase macht das insgesamt nicht schlecht. Sie bleibt eine Geldmaschine.

In einem schwierigen Marktumfeld hat die Bank den Gewinn im Jahresvergleich nämlich deutlich gesteigert, musste bei den Einnahmen aber einen Gang zurückschalten. Das Geldhaus verdiente im dritten Quartal 6,8 Milliarden Dollar, ein kräftiger Zuwachs von 22,3 Prozent. Je Aktie wurde 1,32 Dollar verdient, das waren fünf Cents weniger als von Analysten prognostiziert.

Die Gesamteinnahmen gingen um sechs Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar zurück. Wie anderen Banken auch macht JPMorgan das niedrige Zinsumfeld zu schaffen. Vor allem im Anleihehandel lief es schwächer im Quartal. Die volatile Börsentendenz hat zudem dazu geführt, dass die Kunden bei ihren Dispositionen vorsichtiger agierten. Hierzu trug auch die Unsicherheit bei, ob und wann die Notenbank in diesem Jahr noch die Zinsen erhöht.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co.

Jamie Dimon, CEO JPMorgan Chase . | Bildquelle: picture alliance / dpa - Jim Lo Scalzo

Operativ lief es dafür im Privatkundengeschäft besser, vor allem im Hypothekengeschäft. Das Ergebnis der Hypothekensparte legte um 29 Prozent auf 602 Millionen Dollar kräftig zu. Insgesamt war das Zinseinkommen, eine der zentralen operativen Erfolgsgrößen, im Jahresvergleich um ein Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar rückläufig, im Quartalsvergleich jedoch zwei Prozent besser.

Gesunkene Kosten und Kreditqualität helfen

Auf der Habenseite des Zahlenwerks stehen wie in den Vorquartalen schon eine hohe Kostendisziplin und weniger Kreditausfälle. Die nicht zinsabhängigen Kosten (meist Personal- und Sachkosten) sanken um drei Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar. Auch die Kreditqualität hat sich deutlich verbessert, die Rückstellungen für Kreditausfälle sanken um zehn Prozent.

Dies alles führt dazu, dass Bankchef Jamie Dimon mit dem Erreichten zufrieden war. "Wir hatten anständige Ergebnisse in diesem Quartal. Einerseits ein herausforderndes globales Umfeld und weiterhin extrem niedrige Zinsen, andererseits ermutigende Trends aus dem Geschäft mit privaten Kunden bei guter Kreditqualität."

Aktie bewegt sich kaum

Wohl dem also, der dem aktuell schwierigen Bankenumfeld trotzen kann. Da verzeiht die Börse auch, dass beim Ergebnis je Aktie die Zielgröße leicht verfehlt wurde. Das Papier reagierte zunächst sogar mit Kursgewinnen auf die Zahlen, ehe sie sich zum Handelsschluss abschwächte. Am Ende schloss die im Leitindex Dow Jones notierte Aktie an der New York Stock Exchange 0,28 Prozent leichter bei 61,55 Dollar. Im Jahreshoch stand das Papier im Juli bei gut 70 Dollar, im Tief im Januar bei 54 Dollar.

Die Bank bleibt trotz des durchwachsenen Quartals ein Klasse für sich und eine Milliarden Dollar schwere Geldmaschine. In diesem Jahr dürfte sie über 20 Milliarden Dollar verdienen, die Marktkapitalisierung liegt bei 227 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank, die derzeit kräftig durchgeschüttelt wird, und sich selbst als Konkurrent definiert, kommt auf gut 35 Milliarden Euro Marktkapitalisierung - vom Gewinn ganz zu schweigen.

rm