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Bester Januar seit langem Geht die Neujahrsrally weiter?

Stand: 27.01.2019, 11:29 Uhr

Was für ein Jahresauftakt! Seit Anfang Januar hat der Dax gut sieben Prozent gewonnen. Ob sich in der letzten Januar-Woche der Höhenflug an den Börsen fortsetzt, hängt von den Unternehmen ab, die jetzt "liefern" müssen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Weder der drohende harte Brexit noch der wochenlange "Shutdown" in den USA haben die gute Stimmung an den Aktienmärkten bislang trüben können. Auch in der vergangenen Woche stieg der Dax um 0,7 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2018. "Die Kaufbereitschaft der Anleger ist vergleichsweise groß", meint Robert Halver, Kapitalmarktanalyst der Baader Bank. Es passe ins Bild, dass sich Investoren zuletzt weniger gegen Kursverluste abgesichert hätten.

Hoffnung auf Ende des chinesisch-amerikanischen Zollstreits

Von Dauer dürfte die Erholung an den Börsen aber nur dann sein, "wenn politische Querschüsse aufhören", warnt Halver. So hoffen Anleger auf ein Ende des Zollstreits zwischen China und den USA. In der kommenden Woche wollen die beiden Länder über eine Lösung verhandeln. Widersprüchliche Aussagen zur Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften sorgten zuletzt immer wieder für Verwirrung.

Auch beim Gezerre um den Brexit glauben die Marktbeobachter an ein Happy-End. Experte Halver vermutet, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU verschoben wird. Das Unterhaus will am Dienstag über den "Plan B" von Premierministerin Theresa May abstimmen. Dieser unterscheidet sich allerdings kaum von der bereits ausgehandelten Scheidungsvereinbarung zwischen Großbritannien und der EU, die Mitte Januar vom britischen Parlament abgeschmettert wurde.

Berichtssaison kommt in Fahrt

In der kommenden Woche dürfte die Berichtssaison den Takt an den Börsen vorgeben. In den USA steht eine Flut von Zahlen an. Mehr als ein Drittel der Dow-Schwergewichte enthüllen ihre Bilanzen, darunter Boeing, Pfizer, McDonald's und Apple. Zudem legen Tech-Konzerne wie Facebook, Microsoft, Amazon und Ebay ihre Zahlen vor.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Microsoft: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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In Europa und Deutschland nimmt die Berichtssaison ebenfalls an Fahrt auf. Als erster Dax-Konzern legt SAP am Dienstag seine Jahreszahlen vor. Am Mittwoch folgt Siemens mit seiner Bilanz. Und am Freitag ist die Deutsche Bank dran. Das Geldinstitut aus Frankfurt dürfte erstmals seit 2014 wieder einen Jahresgewinn eingefahren haben.

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Konjunkturstimmung schlechter als die reale Lage"

Ifo-Geschäftsklimaindex Januar 2019

Ifo-Geschäftsklimaindex Januar 2019. | Bildquelle: ifo, Grafik: boerse.ARD.de

Vom Konjunkturpessimismus in den deutschen Chef-Etagen und der Bundesregierung sollten sich Anleger nach Einschätzung von Experten nicht anstecken lassen. "Die Stimmung ist derzeit schlechter als die wirtschaftliche Lage", sagt Michael Hünseler, Chef-Portfoliomanager für Anleihen beim Vermögensverwalter Assenagon. Der Ifo-Index fiel zu Jahresbeginn überraschend stark, und der Bund senkte seine Wachstumsprognosen.

GfK-Konsumklimaindex Januar 2019, 10,4 Punkte

GfK-Konsumklimaindex Januar 2019. | Bildquelle: GfK, picture alliance / dpa, Grafik: boerse.ARD.de

Wie gut die Kauflaune der deutschen Verbraucher ist, wird der GfK-Index am Dienstag zeigen. Am Mittwoch kommen die deutschen und am Freitag die europäischen Inflationsdaten. Sie werden Börsianern zufolge wohl die Einschätzung untermauern, dass eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) frühestens 2020 zu erwarten ist. Die Aussicht auf unverändert niedrige Zinsen trieb den Dax zum Wochenschluss an.

Was sagt die Fed?

CvD, Dr. Detlev Landmesser
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Was nächste Woche wichtig wird... [25.1.19]

Wohl kaum Überraschungen wird die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch bringen. Fed-Chef Jerome Powell hat schon vor zwei Wochen eine zurückhaltende Geldpolitik signalisiert. Unklar ist, wie stark der wochenlange "Shutdown" das Wachstum gebremst hat. Ob er am Arbeitsmarkt Spuren hinterlassen hat, werden die Job-Daten am Freitag zeigen. Beschäftigung und Lohnentwicklung sind wichtige Faktoren für die US-Geldpolitik.

Am vergangenen Freitag wurde der längste "Shutdown" in der Geschichte der USA vorläufig beendet. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Budgetgesetz, mit dem die US-Regierung wieder vollständig geöffnet wurde. Allerdings gilt die Übergangsfinanzierung nur bis zum 15. Februar. Bis dahin wollen Trumps Republikaner, die Demokraten und das Weiße Haus eine Einigung im Streit über die Finanzierung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko finden.

nb

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Die Hingucker der Woche Zahlen von Apple, Microsoft, Siemens & Co

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Apple
Am Dienstag ist "Apple-Day". Nach US-Börsenschluss legt der iPhone-Hersteller seine Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind nicht allzu groß, nachdem Apple vor drei Wochen die Umsatzprognose für das Weihnachtsquartal auf 84 Milliarden Dollar gesenkt hatte. Konzernchef Tim Cook begründete dies mit den schwächeren iPhone-Verkäufen in China. Apple habe die allgemeine wirtschaftliche Abschwächung in dem Land und ihre Folgen unterschätzt.