Gefallener Engel
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Kursrevival von GoPro und Fitbit Gefallene Engel wachen wieder auf

Stand: 08.09.2017, 10:49 Uhr

Vor gut zwei Jahren waren die Aktien des Actionkamera-Herstellers GoPro und des Fitness-Armbänder-Unternehmens Fitbit heiß begehrt. Seither sind sie kräftig abgestürzt. Nun senden die gefallenen Engel ein neues Lebenszeichen.

Die Aktien von GoPro machten am Donnerstag an der Nasdaq einen fulminanten Sprung von über zwölf Prozent nach oben. Zeitweise hatten die Titel sogar um über 20 Prozent zugelegt. Mit zehn Dollar liegen die Papiere des Hightech-Unternehmens aber noch meilenweit unter dem Niveau von Oktober 2014, als sie bei 93,85 Dollar notierten.

Schwarze Zahlen im dritten Quartal?

Der Anbieter von Action-Kameras steht vor einem Turn-Around. Für das laufende Quartal stellte die Firma einen Gewinn in Aussicht. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Verlust von 0,05 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz wird GoPro zufolge am oberen Ende der angepeilten Spanne von 290 bis 310 Millionen Dollar liegen.

Die vorgelegten Zahlen deuteten auf eine rege Nachfrage nach den GoPro-Kameras hin, sagte Analystin Alicia Reese von der Investmentbank Wedbush. Das sei ein gutes Omen für den Verkaufsstart des neuen Flaggschiffs "Hero 6".

Restrukturierung trägt Früchte

Die Firma war mit ihren "Hero"-Actionkameras auf große Nachfrage bei Sportler und Abenteurern gestoßen, kam dann jedoch mit wachsender Konkurrenz und eigenen Fehlern ins Straucheln. So wurde der Start der ersten GoPro-Kameradrohne im vergangenen Jahr zum Debakel: Das Gerät musste wenige Wochen später erst einmal vom Markt genommen werden, weil der Motor wegen eines Konstruktionsdefekts ausgehen konnte.

Gründer und Chef Nick Woodman baute hunderte Jobs ab und straffte die Produktpalette. Die Maßnahmen fangen jetzt an zu wirken: Im letzten Quartal reduzierte das Unternehmen den Verlust auf 0,09 Dollar je Aktie. Der Umsatz zog auf 296,5 Millionen Dollar an.

Fitbit dringt in Diabetes-Markt ein

Auch beim Fitness-Armbänder-Hersteller Fitbit läuft es wieder besser. Die Aktien sprangen am Donnerstag um fast zehn Prozent an. Anleger hoffen auf neue Geschäftsfelder, die Fitbit erschließt. So kooperiert künftig die Firma mit Dexcom, um ein Gerät zur permanenten Überwachung des Blutzucker-Spiegels von Diabetes-Patienten zu entwickeln. Das Produkt soll 2018 "so früh wie möglich" auf den Markt kommen.

Im letzten Quartal machte der Anbieter von Fitness-Armbändern nur halb so viel Verlust wie erwartet. Allerdings verkauft Fitbit längst nicht mehr so viele Fitnessbänder, Sportuhren und vernetzte Personenwaagen wie vor einem Jahr. Nach Einschätzung von Analysten gräbt seit dem Herbst 2016 vor allem die stärker auf Fitness ausgerichtete zweite Generation der Apple Watch Fitbit das Wasser ab.

Die Aktien von Fitbit sind seit einem Jahr um rund 55 Prozent eingebrochen und notieren nur noch bei 6,49 Dollar. Im August 2015 hatten die Titel ihren Zenit bei 51,64 Dollar erreicht.

nb