Geely-Chef Li Shufu

Daimler-Aktionär Geely: Chinesen gieren nach SUVs

Stand: 21.03.2018, 11:47 Uhr

Der chinesischen Autohersteller und Daimler-Großaktionär Geely profitiert von einem florierenden Geschäft im Heimatmarkt. Das dürfte auch in Stuttgart für Aufmerksamkeit sorgen.

Unter dem Strich blieb im Jahr 2017 ein Gewinn von 10,6 Milliarden Yuan oder umgerechnet 1,4 Milliarden Euro hängen, wie Geely am Morgen in Hongkong mitteilte. Das ist mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr und auch mehr, als Analysten erwartet hatten.

Geely profitierte besonders von einer steigenden Nachfrage nach sportlichen Geländefahrzeugen (SUVs). Der Umsatz legte mehr als 70 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr rechnet Geely allerdings mit schärferem Konkurrenzdruck zu Hause. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge werde deshalb wohl nur noch um rund ein Viertel auf 1,58 Millionen zulegen. 2017 zog der Absatz noch um mehr als 60 Prozent an.

"Keinerlei Pläne für weitere Zukäufe"

Dank der guten Geschäftsentwicklung in China ist Geely Beobachtern zufolge in der Lage, die Fühler in der weltweiten Autobranche weiter auszustrecken. Allerdings hatte Geely-Chef Li Shufu Anfang März in einem Interview gesagt, derzeit "keinerlei Pläne für weitere Zukäufe" zu haben.

Im Februar war bekannt geworden, dass sich der Geely-Chef mit knapp 9,7 Prozent am Autokonzern Daimler beteiligt hat. Damit ist Geely der größte Aktionär bei den Stuttgartern. Nach Informationen des "Spiegel" hatte sich Konzernchef Li auch um eine Zusammenarbeit mit BMW bemüht. Zudem hatte Li einen Einstieg bei Fiat-Chrysler erwogen, diesen Plan jedoch wegen des Widerstands der Italo-Amerikaner verworfen.

Angesichts des überraschend massiven Einstiegs war die Debatte um schärfere Regeln für ausländische Investoren wieder aufgeflammt. Zudem will die Bundesregierung die Meldevorschriften im Wertpapierhandelsgesetz prüfen, weil Geely die hohe Beteiligung auf einen Schlag offengelegt hatte.

Geely X7 Sport

Geely X7 Sport. | Bildquelle: Unternehmen

Zahlreiche Beteiligungen

Ende des vergangenen Jahres war Geely zudem mit 8,2 Prozent beim Lkw-Hersteller Volvo AB eingestiegen. Zum Geely-Imperium zählt bereits seit 2010 der Pkw-Produzent Volvo Cars. Zudem halten die Chinesen Beteiligungen am malaysischen Anbieter Proton, dem Start-up für fliegende Fahrzeuge Terrafugia und dem Hersteller der traditionellen schwarzen Londoner Taxis. "Zahlreiche Akquisitionen" würden beträchtliche Chancen für Technologien, niedrigere Kosten und neue Märkte bieten, teilte Geely mit.

Mit der globalen Expansion wappnet sich das Unternehmen auch für einen sich verschärfenden Wettbewerb in China. Der Wegfall steuerlicher Kaufanreize für spritsparende Autos könnte sich Unternehmensangaben zufolge negativ auf das Absatzwachstum im Reich der Mitte auswirken.

lg