Wirbelschichttrockner von GEA Pharma Systems in einer Produktion für feste Arzneimittel
Audio

Dividende und Ausblick als Lockmittel Gea weiß, was Anleger wünschen

Stand: 12.03.2018, 09:18 Uhr

Mäßiges Umsatzwachstum und stagnierende Erträge im vergangenen Jahr - doch der Mischkonzern aus dem MDax vertröstet auf bessere Zeiten - und hat für Anleger zwei Bonbons parat.

Einerseits überrascht die Dividende, die das Unternehmen für ein nicht übermäßig erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zahlen will. Gea will je Aktie 0,85 Euro ausschütten, das ist mehr als im vergangenen Jahr, als die Dividende - bei besserer Ertragslage - 0,80 Euro je Anteilsschein betrug. Insgesamt 153,4 Millionen Euro sollen damit per Gewinnbeteiligung an die Anteilseigner gehen, wie Gea am Montagmorgen mitteilte.

Umsatzzuwachs zugekauft

Die Aktie startet am Montagmorgen dennoch mit Verlusten von 1,5 Prozent. Denn die nackten Zahlen aus dem vergangenen Jahr lesen sich nicht allzu prickelnd. Die Erlöse stiegen - wie Gea bereits Ende Januar angedeutet hatte - moderat um 2,5 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Der Anstieg dürfte organisch eher eine Stagnation gewesen sein, denn der Konzern hat sich 2017 mit mehreren Übernahmen verstärkt.

Gea

Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
31,47
Differenz relativ
+3,93%

Gea machte dafür einerseits ungünstige Wechselkurs-Verhältnisse verantwortlich. Zum anderen war die Geschäftslage bei Kunden aus der Milchwirtschaft im vergangenen Jahr weniger gut als erwartet, Bestellungen hielten sich aus diesem Segment daher in Grenzen. Gea ist als Maschinen- und Anlagenbauer auf Produkte für die Nahrungsmittelwirtschaft, aber auch die petrochemische und Luftfahrt-Industrie spezialisiert.

Auf der Ergebnisseite gab es vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 564 Millionen Euro ein Nullwachstum. Hier hatte Gea bereits im vergangenen Jahr die eigenen Prognosen mehrfach nach unten angepasst.

2018 soll besser werden

Neben der höher als erwarteten Dividende gibt es dennoch ein weiteres günstiges Signal für Anleger: Eine aufgehellte Prognose des Unternehmens für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen peilt ein Umsatzplus zwischen fünf und sechs Prozent an. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll zwölf bis 13 Prozent erreichen.

Der Titel kann einen grundlegenden Schub gut gebrauchen. Gea-Aktien haben in den beiden vergangenen Börsenjahren keinen Boden gut gemacht. Zwischen 35 und 50 Euro pendelt der Titel seit 2015 unter teilweise hohen Ausschlägen auf und ab. Auf eine bessere Performance dürften auch die aktivistischen Investoren bei Gea warten. Im August war bekannt geworden, dass der einflussreiche belgische Investor und Unternehmer Albert Frère und die Familie Desmarais ein größeres Aktienpaket halten. Anfang Oktober hatte dann Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott Management seinen Anteil auf mehr als drei Prozent ausgebaut.

AB