Einsame Kuh auf einer leeren Weide
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Deutliche Warnung Gea: Die Milch macht's nicht

Stand: 23.11.2018, 08:04 Uhr

Die Aktie des Anlagenbauers Gea bricht ein. Das Unternehmen warnt vor schlechter als erwarteten Geschäften. Die Aktie taumelt auf lange nicht gesehene Tiefststände.

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Gea: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Aktie des MDax-Mitglieds brach auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs um bis zu 9,4 Prozent bis auf 23,46 Euro ein. Damit notiert das Papier auch unter dem bisherigen charttechnischen Unterstützungsbereich bei knapp unter 25 Euro. Sollte die Aktie dieses Niveau nicht bis Handelsschluss wieder erreichen, drohen vermutlich weitere empfindliche Verluste. Zuletzt hatte die Gea Aktie vor mehr als sechs Jahren so niedrig wie jetzt notiert. Allein in diesem Jahr liegt das Papier mit mehr als 40 Prozent im Minus und ist damit unter den schwächsten Werten im MDax.

Das Düsseldorfer Unternehmen ist für 2018 und 2019 weniger zuversichtlich gestimmt. Im laufenden Jahr soll die operative Cash-Flow-Treiber-Marge nur 6,5 bis 7,0 Prozent erreicht. Angepeilt waren "etwa 8,5 Prozent". Diese Kennzahl ist der Saldo aus operativem Ergebnis (Ebitda), Veränderung des Working Capitals und Investitionsvolumen. Die weiteren Kennzahlen des Ausblicks und die Annahmen für 2018 blieben aber unverändert. Schon Ende Oktober hatte Gea erklärt, mit Sorge auf die kommenden Monate zu blicken. Neben schwachen Geschäften mit Kunden aus der Milchverarbeitung seien wachsende Belastungen durch konjunkturelle Unwägbarkeiten und zunehmende Handelshemmnisse absehbar.

Auch 2019 wird enttäuschen

Doch damit nicht genug: "Trotz der aktuell guten Volumenentwicklung in 2018 sieht Gea die Entwicklung des Geschäfts in 2019 weniger zuversichtlich", teilte das Unternehmen zudem weiter mit. Außerdem rechnet man mit weiter steigenden Material- und Personalkosten.

Nach bereits mehreren Warnungen zur Geschäftsentwicklung in diesem Jahr könne derzeit in die Gea-Aktien nicht investiert werden, sagte ein Händler. Gea komme mit seinem Umbau einfach nicht voran, schimpften die Analysten der Citigroup. Die Geschäfte müssten weiter dezentralisiert werden, ähnlich wie bei anderen europäischen Maschinenbauern wie Atlas Copco oder Sandvik.

ME