Zentrale der Gea Group in Düsseldorf

Trotz Gewinneinbruch bleibt Dividende stabil Gea: Miese Zahlen, glänzende Zukunft?

Stand: 14.03.2019, 08:35 Uhr

Der Gewinn des Maschinenbauers Gea ist im vergangenen Jahr um die Hälfte geschrumpft. Neues Personal soll den Konzern wieder in die Erfolgsspur bringen. Die Anleger sind begeistert, die Aktie liefert sich mit K+S ein Duell um die MDax-Spitze.

Gea-Papiere legen zeitweise um mehr als neun Prozent auf 23,2 Euro zu und liegen an der MDax-Spitze – knapp vor den Aktien von K+S, die ebenfalls sehr gefragt sind. Gea sprangen heute über die 38-Tage-Linie, Charttechniker interpretieren das als ein Kaufsignal. Vor allem die 200-Tage-Linie gilt als ein wichtiger Indikator, bis dahin muss die Aktie allerdings noch um einiges zulegen.

Was macht die Anleger so optimistisch? Mit den endgültigen Geschäftszahlen sei Gea von den Anfang Februar veröffentlichten Eckdaten nicht größer abgewichen, erklärte UBS-Experte Sven Weier. damals hatte Gea auch die Mittelfristziele eingestampft. Der Anlagenbauer erzielte zwar trotz höherer Umsätze 2018 einen geringeren Gewinn. Die Anleger hofften laut Weier aber auf einen Neubeginn. Keine neuen schlechten Nachrichten seien daher gute, meint der Fachmann.   

GEA-Chef Stefan Klebert

Stefan Klebert. | Bildquelle: Unternehmen

„Gea hat kein Nachfrage-, sondern ein Ergebnisproblem“

Analysten hoben insgesamt die vom Unternehmen in Aussicht gestellten Prognosen als positiv hervor. Für das laufende Jahr kalkuliert Gea einen moderaten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreswert in Höhe von 4,83 Milliarden Euro ein. Allerdings könnte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 440 bis 490 Millionen Euro etwas weniger stark sinken als jüngst angenommen.

Weier unterstreicht aber, dass der Ausblick für das operative Ergebnis nur wegen der Anwendung der neuen Bilanzierungsregeln nach IFRS 16 etwas über den ersten Signalen liege. Zumindest die stabile Dividende dürfte ebenfalls als gutes Zeichen interpretiert werden.   

Gea Melkroboter

Gea Melkroboter. | Bildquelle: Unternehmen

"Gea hat kein Nachfrage-, sondern ein Ergebnisproblem. Aber das ist lösbar", sagte der neue Unternehmenschef Stefan Klebert. Die Nachfrage sei stabil, das Unternehmen sei grundsätzlich in den richtigen Märkten unterwegs. Gea sei in sehr vielen Bereichen die Nummer Eins oder Zwei. "Das ist eine starke Basis. Aber wir müssen unsere Margen wieder verbessern."

Der langjährige Vorstandschef Jürg Oleas hatte Mitte Februar nach über 14 Jahren sein Amt an Klebert weitergegeben. Auch Finanzvorstand Helmut Schmale steht vor dem vorzeitigen Abgang, sein Nachfolger wird Marcus Ketter, der derzeit noch Finanzchef beim Stahlhändler Klöckner & Co ist. Auch Vorstand Niels Erik Olsen hat das Unternehmen vorzeitig verlassen.

ts