Zentrale der Gea Group in Düsseldorf

Gewinneinbruch und unsichere Jahresprognose Gea patzt erneut

Stand: 12.04.2018, 10:20 Uhr

Probleme in Amerika und die Investitionszurückhaltung der Milchindustrie machen dem Anlagenbauer Gea zu schaffen. Im ersten Quartal brach das operative Ergebnis ein. Anleger reagieren ernüchtert.

Die Aktie sackt am Donnerstagmorgen um über sechs Prozent ein und ist Schlusslicht im MDax. Damit setzt sich der Kursverfall weiter. Seit Jahresbeginn hat der MDax-Titel fast 20 Prozent an Wert verloren.

Fast ein Drittel weniger Ergebnis

Der Start ins neue Jahr verlief relativ enttäuschend. Der Umsatz stieg nur leicht auf 1,035 Milliarden Euro. Der Auftragseingang sank auf 1,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um 32 Prozent auf 65 Millionen Euro ein.

Die Zahlen gefielen den Börsianern gar nicht. "Die Ergebnislage ist ein Desaster", sagte ein Händler. Einziger Hoffnungsschimmer sei der Auftragseingang, der nicht so schlecht ausfiel wie erwartet.

Prognose wackelt

Vorstandschef Jürg Oleas warnte vor einem herausfordernden Umfeld. Er bestätigte zwar die Jahresprognose. Allerdings hänge das Erreichen der Ziele 2018 wesentlich von den Auftragseingängen im zweiten Quartal ab. Die Jahresprognose steht also auf wackligen Beinen.

Nachdem Gea 2017 zwei Mal seine Jahresprognose nach unten korrigiert hatte, kündigte Mitte März der seit 14 Jahren amtierende Vorstandschef Jürg Oleas seinen Rückzug für das kommende Jahr an. Für eine Verlängerung der Amtszeit über das Jahr 2019 hinaus stehe er nicht mehr zur Verfügung. Oleas war zuletzt von einigen Großaktionären kritisiert worden. Zu den größten Aktionären von Gea gehören das Kuwait Investment Office, Blackrock, MFS Investment Management, der Investor Albert Frère sowie der US-Hedgefonds Elliott.

Großaktionäre fordern Kurswechsel

Nach der Ankündigung des Rückzugs des langjährigen Gea-Chefs Oleas drängen Investoren bei dem Anlagenbauer auf einen raschen Führungs- und Kurswechsel. "Wir sehen das als Chance, ein neues Kapitel aufzuschlagen", sagte ein Investor. Der Führungswechsel sei nicht genug. "Es ist eine Menge Arbeit zu erledigen".

Die unter Oleas vorangetriebene Einkaufstour müsse eingeschränkt oder beendet werden. Das Management habe sich damit verzettelt und die Übersicht verloren. Margenschwache Geschäfte des überwiegend für die Nahrungs- und Getränkeindustrie produzierenden Anlagenbauers müssten abgestoßen und die Kosten gesenkt werden.

nb