Wirbelschichttrockner von GEA Pharma Systems in einer Produktion für feste Arzneimittel
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Dämpfer für US-Hedgefonds Elliott Gea-Zahlen sprechen für Oleas

Stand: 30.07.2018, 17:19 Uhr

Es kam nicht so schlimm wie befürchtet: Trotz eines deutlichen Ergebnisrückgangs jubeln die Anleger über die Zahlen des kriselnden Maschinenbauers Gea. Der aggressive US-Investor Elliott erhält vorerst keine frischen Argumente gegen Konzernchef Jürg Oleas.

Im ersten Halbjahr verbuchte Gea bei einem Umsatzanstieg um 5,8 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebitda) um 8,8 Prozent auf 199,5 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge erreichte 8,8 Prozent nach 10,2 Prozent im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis sackte gar um rund 22 Prozent auf 111,1 Millionen Euro ab. Das sind grundsätzlich nicht gerade Zahlen, die Management und Investoren glücklich machen. Gea-Aktien standen kurz vor Handelsschluss aber trotzdem mit Abstand an der MDax-Spitze, konnten ihre hohen Anfangsgewinne aber nicht behaupten.  

„Zahlen besser als erwartet“

Offenbar konzentrieren sich die Anleger auf die positiven Signale - also den steigenden Umsatz und vor allem den Auftragseingang. Der kletterte nämlich um 4,6 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Ein Händler lobte die vorgelegten Zahlen als "durch die Bank besser als erwartet".

Der scheidende Konzernchef Jürg Oleas bleibt für das Gesamtjahr skeptisch. "Belastungen durch den starken Euro und Materialkostensteigerungen sowie der daraus entstehende Margendruck bedeuten nach wie vor große Herausforderungen für die Erreichung unserer Margenziele", erklärte der Manager.

Der Chef wird bald gehen - nur wie bald?  

Paul Singer beim World Economic Forum in Davos, 2013

Paul Singer, Gründer und CEO des Hedgefonds Elliott. | Bildquelle: World Economic Forum.swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger

Obwohl Oleas bereits im Frühjahr angekündigt hatte, das Unternehmen zur Hauptversammlung im kommenden Jahr verlassen zu wollen, erhöht der Großaktionär Elliott weiterhin den Druck. Der von Paul Singer geführte US-Hedgefonds forderte Anfang Juli, der geplante Abgang von Oleas müsse schneller über die Bühne gehen und ein neuer Konzernlenker umgehend die Strategie überprüfen.

Ziel sei die Steigerung des Unternehmenswertes. Zudem sei es Zeit, dass auch Aufsichtsratschef Helmut Perlet seinen Hut nehme und das Kontrollgremium in Absprache mit den größten Anteilseignern neu besetzt werde.

Kein Aktienrückkaufprogramm mit Oleas

Gea-Group-Chef Jürg Oleas

Gea-Group-Chef Jürg Oleas. | Bildquelle: Unternehmen

Elliott hatte Mitte Juni bekannt gegeben, seinen Gea-Anteil auf 5,03 Prozent aufgestockt zu haben. "Elliott hat in Gea investiert, weil wir glauben, dass es eine substanzielle Wertsteigerungschance für das Unternehmen und seine Anteilseigner gibt. Durch entschlossenes und schnelles Handeln im Kielwasser der kürzlich angekündigten Abgänge von Vorstandschef und Finanzvorstand und die richtige Führung kann Gea das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen", hatte der Fonds mitgeteilt.

Der Investor wiederholte zudem seine Forderung, ein Aktienrückkaufprogramm zu starten. Dem hatte der scheidende Firmenchef Jürg Oleas eine Absage erteilt.

ts