GE General Electric Gebäude

Dividende gekappt GE mit immer neuen Hiobsbotschaften

Stand: 30.10.2018, 14:06 Uhr

Der Umbau von General Electric (GE) drückt die Aktie des einstigen Siemens-Rivalen immer tiefer in den Keller. Heute müssen die Anleger eine neue Hiobsbotschaft verkraften.

Anleger sollen künftig nur noch eine symbolische Dividende von einem Cent je Quartal bekommen. Bisher schüttete GE zwölf Cent aus. Grund für die Entscheidung ist ein im dritten Quartal angehäufter Verlust von 22,8 Milliarden Dollar. Ursache dafür waren schlecht laufende Geschäfte in der Kraftwerkssparte. Sie zwangen GE im dritten Quartal zu einer milliardeschweren Abschreibung.

Trotzdem verkündete der seit Anfang Oktober amtierende Konzernchef Larry Culp, dass die Priorität in den ersten 100 Tagen seines Amtes darin liege, das Unternehmen wieder auf den Gewinnerpfad zurückzubringen.

H. Lawrence Culp Jr.

General Motors-Chef H. Lawrence Culp Jr.. | Bildquelle: General Electric

Geschäft mit Gasturbinen soll verkauft werden

Culp will nun das schwächelnde Geschäft mit Gasturbinen vom Rest der Kraftwerkssparte trennen. Er hatte sich in seinem früheren Job beim Mischkonzern Danaher bereits einen Namen als erfolgreicher Sanierer gemacht. Neue Jahresziele nannte der Manager zunächst nicht, obwohl dies Anfang Oktober signalisiert wurde. Der Umsatz ging im Berichtsquartal auf 29,57 Milliarden Dollar von 30,66 Milliarden Dollar zurück. An der Börse war bereits mit einem milliardenschweren Verlust gerechnet worden.

GE leidet wie sein deutscher Wettbewerber Siemens unter einer zurückgehenden Nachfrage nach Turbinen für traditionelle Kraftwerke. Dazu kamen technische Probleme mit einer neuen Generation von Gasturbinen. Mehrere Kraftwerke, die damit betrieben wurden, mussten deswegen heruntergefahren werden.

Bereits 2017 hohe Verluste

2017 stand deshalb ein Konzernverlust von sechs Milliarden Dollar zu Buche. Im dritten Quartal gingen die Aufträge in der Kraftwerkssparte um 18 Prozent zurück, die Umsätze fielen um ein Drittel. Unter dem Strich wie der Unternehmensbereich einen Verlust von 631 Millionen Dollar aus.

Große Turbinen für Gas- und Dampfkraftwerke sind nicht mehr gefragt, Energiekonzerne setzen auf Wind, Sonne und dezentrale Erzeugung. Siemens hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr die Streichung von mehr als 6000 Stellen in der Sparte beschlossen.

Weniger wert als Siemens

GE befindet sich seit zwei Jahren in einem spektakulären Prozess des Niedergangs. Gehörte das Unternehmen noch 2016 zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt, musste es im Juni den Dow-Jones-Index verlassen, dem es seit 1907 angehört hatte. Die Aktie hat in den vergangenen beiden Jahren zwei Drittel ihres Wertes verloren, sie fiel von 31,70 Dollar auf zuletzt 11,16 Dollar. Beim Börsenwert hat Siemens inzwischen das einstige Vorbild überholt.

lg