Gasturbine von General Electric

Verschlankung bringt Fortschritte GE - Lichtblicke in der Siemens-Diät

Stand: 20.04.2018, 14:32 Uhr

Nach dem Vorbild des Rivalen Siemens versucht sich General Electric an einer Schlankheitskur. Das eiserne Sparen sorgt für erste Lichtblicke. Das erste Quartal war ein Schritt nach vorn, verkündet GE stolz.

General Electric (GE) hat schwere Zeiten durchgemacht. Die Finanzkrise brachte Milliardenverluste für die Finanzsparte mit sich, weshalb der Industriekonzern seinen Finanzarm in der Folgezeit schrumpfte. Auf dem Industriegeschäft liegt seither der Fokus, und auf dem Abspecken. Das einst breit aufgestellte Konglomerat ist dabei zu verschlanken und hat sich den Münchener Rivalen Siemens dafür zum Vorbild genommen. Mitten in der großen Umbruchphase gibt es nun Lichtblicke, dass die Mühen Früchte tragen.

Zwar schreibt der kriselnde Industriekonzern nach wie vor Verluste. Das Auftaktquartal 2018 schloss GE mit einem Nettoverlust von 1,15 Milliarden US-Dollar oder 0,14 Dollar je Aktie ab. Ein Rückschritt sogar gegenüber dem Verlust von lediglich 83 Millionen Dollar vor einem Jahr, aber ein Fortschritt gegenüber den 10 Milliarden Miesen im Schlussquartal 2017.

Altlasten entsorgt

Perspektivisch von Vorteil ist, dass die Verluste im Zusammenhang stehen mit Rückstellungen bei mittlerweile abgegebenen Geschäften der Finanzsparte. Es handelt sich um Rückstellungen aufgrund von Ermittlungen der US-Justiz wegen zweifelhafter Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise.

Die heute präsentierte Bilanz bot weitere Lichtblicke: Das von Analysten viel beachtete bereinigte Ergebnis war im grünen Bereich. Bereinigt verdiente GE 16 Cent je Aktie, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten dagegen einen Rückgang befürchtet. Der Umsatz legte sieben Prozent zu auf 28,66 Milliarden Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen lag.

Problembereich Kraftwerke

Laut GE läuft es in allen Sparten wie gewünscht - bis auf den Energiebereich. Hier sank der Spartenumsatz um neun Prozent, das Ergebnis sogar um 38 Prozent, obwohl GE hier doch ebenfalls fleißig Kosten reduziert. Aber in der Sparte Technik für Stromerzeugung (Power) stehen die Amerikaner vor ähnlichen Problemen wie Siemens: Die Nachfrage nach Turbinen ist rückläufig, es herrscht global Flaute im traditionellen Kraftwerksgeschäft.

GE hatte zudem noch zum ungünstigsten Zeitpunkt das Energiegeschäft der französischen Alstom für einen zweistelligen Milliardenbetrag zugekauft. Mehr dazu: Bewährungsprobe für den neuen GE-Chef:

GE-Aktie im Aufwind

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Anleger waren zufrieden mit der Bilanz, die GE-Aktie stieg vorbörslich um rund fünf Prozent. Auch der Konzern selbst gab sich zufrieden: "Das erste Quartal war ein Schritt nach vorne", sagte Konzernchef John Flannery.

Er hatte den Spitzenjob im August vom erfolglosen Jeff Immelt übernommen, um das 125 Jahre alte Unternehmen, dessen Wurzeln auf den Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison zurückgehen, wieder auf Kurs zu bringen.

Börsengang der Zugsparte?

GE bestätigte seine Geschäftsziele für 2018. Man sei auf gutem Weg, das Sparziel von zwei Milliarden Dollar 2018 zu übertreffen, sagte Flannery. Im Industriebereich habe man die Kosten bereits um 805 Millionen Dollar gesenkt. In diesem Jahr soll das bereinigte Ergebnis je Aktie 1,00 bis 1,07 Dollar betragen.

Wie bei vielen anderen Großkonzernen gibt es auch bei GE offenbar Abspaltungspläne. Laut "Wall Street Journal" soll sowohl ein Börsengang als auch eine Fusion von Sparten mit anderen Gesellschaften in Erwägung gezogen werden – auch dies ganz im Geiste des deutschen Rivalen Siemens. Die Rede ist beispielsweise von einem möglichen Börsengang der Zugsparte.

bs

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<b>General Electric</b><br />Schon lange gilt General Electric als der größte Rivale von Siemens. Der Mischkonzern aus den USA hat sich unter anderem auf bildgebende Verfahren für die medizinische Diagnostik spezialisiert. Vor allem bei den großen Medizingeräten wird Healthineers mit GE Healthcare konkurrieren. Damit erzielte das Unternehmen 2016 einen Umsatz von über 18 Milliarden Dollar. : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 5 Jahre

General Electric
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